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Cohnheim und Fraenkel, 9 ) Langhans 10 ) und Waldenburg 11 ) an Thieren angestellten
Impfversuche, welche den Nachweis lieferten, dass eine Eruption von Miliartuberkeln
in den verschiedensten Organen erfolgte, sobald es gelang, an irgend einer Stelle im
Körper dieser Thiere dnrch Impfung, sei es mit wirklichen tuberculösen Bestandtheilen
oder auch mit andern Substanzen, einen käsigen Heerd zu erzeugen. Freilich sind
dagegen viele Einwendungen gemacht; so wird namentlich sowohl die Identität der
durch Impfung an Thieren erzeugten Tuberkel mit wahren Miliartuberkeln bestritten
als auch besonders von Virchow die Entstehung der I uberkel dnrch Resorption
käsiger Massen nicht zugegeben, weil einmal käsige Heerde Vorkommen ohne jemals
Tuberkel zu erzeugen und zweitens wo Tuberculose vorhanden ist nicht immer käsige
Heerde gefunden werden, 12 ) allein auf diesen Punkt kann hier nicht näher einge
gangen werden.
Musste nun insoweit schon die Scrophulose, eben weil sie grade so häufig
käsige Heerde hervorbringt, als eine Hauptursache der 1 uberculose angesehen werden,
so ist hier grade die in den letzten Jahren besonders bekannt gewordene Thatsache
von hervorragender Bedeutung, dass wirklich die am meisten characteristischen scro-
phulösen Erkrankungen von einer Eruption von Miliartuberkeln begleitet sind. Allerdings
war bei der Caries der Wirbel und bei der Spina ventosa das V orkommmen der
Tuberkel schon länger bekannt, aber erst nachdem zuerst Langhans 13 ) die Riesen
zellen im Innern der einzelnen Miliartuberkel als characteristisch Ihr den Bau der
letzteren hingestellt hatte wurden bald darauf die Miliartuberkel auch bei andern
scrophulösen Processen aufgefunden. So von Köster in den Granulationen der fungösen
Gelenksentzündung, wo sie auch von Hueter, König und Friedlaender bestätigt wurden.
Dann wies Schüppel 14 ) auf das ausnahmslose Vorkommen der hier allerdings nur
mikroscopisch sichtbaren Miliartuberkel in den verkästen Lymphdrüsen hin und soll
nach ihm die Verkäsung der Lymphdrüsen grade auf der Anwesenheit der Tuberkel
beruhen. Und schliesslich findet man nach Friedlaender 15 ) dieselben Bildungen auch
bei den scrophulösen Erkrankungen der Haut und der Knochen, bei den scrophulösen
Hautabscessen und Geschwüren, sowie bei der Caries und hier am zahlreichsten in
den fungösen die Pistelgänge auskleidenden Granulationen.
ö ) Virchow’s Archiv. B 45.
10 ) Die Uebertragbarkeit der Tuberculose auf Kaninchen. Marburg 1867.
11) B er lin. Klin. Wochenschrift. 1867. Nr. 51 und 52 und Die Tuberculose, Lungenschwind
sucht und Scrophulose. Berlin 1869.
i-') Die krankhaften Geschwülste. Band II. S, 723.
i3) Virchow’s Archiv Band XLII. S. 382.
U) Untersuchungen über Lymphdrüsentuberculose 1871
iö) Ueber locale Tuberculose VOLKMANNS Sammlung Nr. 64. S. 517.

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