wie ein gewöhnliches Eczem, ein Conjunctival oder Nasenkatarrh, welche die Drüsen
schwellungen veranlassen, aber, um die Worte Hueter’s hier anzuführen: 5 )
»Diese Entzündungen verlaufen in Geweben, welche derartig construirt sind,
dass sie die Entzündung chronisch werden lassen und die entzünduns'serreo-enden
Noxen sehr prompt nach den Lymphdrüsen hingelangen lassen. Also nicht das Irri-
tament und nicht die Irritation sind bei der Scrophulose anormal, sondern nur der
Boden, auf dem das Irritament die Irritation auslösst.«
In dieser anormalen pathologischen Constitution der Gewebe haben wir dem
nach den Grund zu den erwähnten Eigenthümlichkeiten der scrophulösen Drüsener
krankungen zu suchen. Die grosse Vulnerabilität bedingt auf geringe Reize chronische
Anschwellungen und der Endpunkt dieser ist die käsige Metamorphose. So sehen
wir denn auch in andern Gebieten die Lymphdrüsen in gleicher Weise erkranken
Daher das ungemein häufige Anschwellen der Bronchial und Mesenterialdrüsen bei
Bronchial und Darmkatarrhen namentlich der kleinen Kinder mit dem fast regel
mässigen Ausgange in Verkäsung.
Neben den Affectionen der Lymphdrüsen finden wir nun noch eine Reihe' von
Erkrankungen anderer Organe, welche von jeher ebenfalls zur Scrophulose gerechnet
worden sind und auch nach den dafür massgebenden Begriffen, deren oben Erwäh-
nung geschehen ist, auch nicht wohl davon zu trennen sind. Zunächst sind hier die
Erkrankungen der äusseren Haut und der Schleimhäute zu nennen. Wir haben solcher
schon oben erwähnt als einfacher Entzündungen, welche den Anstoss zu den Drüsen
schwellungen geben, es finden sich aber auch dieselben Erkrankungen mit o- a nz
denselben Eigenthümlichkeiten, wie sie bei den Drüsenaffectionen hervorgehoben sind
der langen Dauer, der Neigung zu weiterer Ausbreitung, sowie einer grossen Recidiv-
fähigkeit. Dahin gehören die hartnäckigen Eczeme, besonders am Kopfe und im
Gesicht, die kalten Unterhautabscesse, deren Eiter ebenfalls eine grosse Neigung zur
Verkäsung zeigt, und deren die Haut unterminirenden Höhlungen mit denselben
fungösen Granulationen ausgekleidet sind, wie sie bei der chronischen Gelenksent
zündung und der Caries Vorkommen. Auch würde ein grosser Theil der lupösen
Erkrankungen hierher gehören, doch davon wird später noch die Rede sein. Was
die Scheimhäute betrifft, so braucht hier der so häufigen Conjunctivalerkrankungen,
der Entzündung des äusseren Gehörgangs sowie der chronischen Nasencatarrhe & und
Ozänen nur Erwähnung zu geschehen, welche zusammen mit den Drüsentumoren zu
beiden Seiten des Halses das prägnante Bild des habitus scrophulosus darbieten.
6 ) Die Scrophulose und ihre locale Behandlung als Prophylaxe gegenüber der Tuberculose.
Volkmann’s Sammlung Nr. 49. S. 279.

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