Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1875 (Band XXII.)

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der Aorta ascendens und dem linken der obern Hohlader das Perikardium, um an 
den vordem Umfang des untern Endes des letztem Gefässes herab zu treten, eine 
Art kegelförmiger Ausstülpung, welche hinter dem Handgriffe des Brustbeins bis 
gegen dessen Mitte hinaufreicht, und durch Anfüllung bei hochgradigem Hydrops 
Perikardii wie bei reichlichem perikarditischen Exsudat einem die Circulation stören 
den Druck auf die Cava superior auszuüben wohl vermag. Mögen hiernach die 
Athemstörungen so bedingt sein durch Compression der Cava superior oder durch 
den Druck des dilatirten Perikards auf die Lungen, die erzielten Resultate der Para- 
centese fordern uns entschieden auf, den gefahrlosen Exploratistroikar und selbst 
bei behindertem Abfluss der Flüssigkeit den Herzbeutelschnitt in Frage zu bringen, 
sobald die krankhaften Symptome derart sind, dass sie das Leben des Patienten 
bedrohen. 
Curriculum vitae. 
Friedrich Alexander Hilsmann, geboren den io. April 1849 zu Neheim, Kreis und Re 
gierungsbezirk Arnsberg in Westhpalen, Sohn des Dr. med. Friedrich Joseph Hilsmann, praktischen 
Arztes daselbst, Ritter des Kronen Ordens, Inhaber des Verdienstkreuzes und der Kriegsmedaille 
1870/71. Absolvirte nach vierjährigem Besuch das Gymnasium zu Brilon am 29. Juli 1868. Dem 
Studium der Medicin mich widmend besuchte ich zunächst die Universitäten Würzburg und Bonn, 
an welch’ letzterer ich das Tentamen physicum bestand; machte als Freiwilliger den Feldzug 
gegen Frankreich mit, war thätig auf den Schlachtfeldern von Saarbrücken, Colombey, Vionville, 
Mars-la-Tour, Gravelotte und den Ausfällen vor Paris, wie in den Lazarethen zu Verneville, 
Bouillon, Donchery und Chäteau-Thierry. 
Mit der Eröffnung der Universität Strassburg besuchte ich die neue deutsche alma mater 
und bestand nach zweisemestrigem Aufenthalt das Staatsexamen vor der elsas-lothring’schen 
Examinations-Commisson, worauf mir am 24. April 1873 die Approbation als Arzt ertheilt wurde. 
Während meiner vierjährigen Studienzeit hörte ich in folgender Reihenfolge die Professoren 
und Privatdocenten: In Würzburg: Clausius, Hasse, Kölliker und Scherer; in Bonn: Binz, Busch, 
Dontrelepout, Hanstein, Mosengeil, Naumann, Obernier, Pflüger, Rühle, Rindfleisch, Schultze, 
de la Valette, Veit und Zuntz; in Strassburg: Gusserow, Hoppe-Seyler, v. Kraft-Ebing, Laqueur, 
Leyden, Lücke, v. Recklinghausen und Waldayer. 
Nach Ablauf meiner freiwilligen Dienstzeit beim Badischen Pionier-Bataillon Nr. 14 und 
isten rhein. Infanterie Regt. No. 25 wurde ich am 21. Mai 1874 zum Assistenzarzt befördert und 
auf meinen Wunsch zür isten Matrosen-Division nach Kiel commandirt, wo mir durch die Güte 
der Herren Professoren Bartels, Esmarch, Litzmann und Völckers Gelegenheit geboten war, die 
Universitätskliniken zu hospitiren. 
Ich unterlasse es an dieser Stelle nicht, obengenannten Herren meinen herzlichsten Dank 
auszusprechen. 
Kiel, den 1. März 1875. 
Thesen. 
1) Für die Entleerung eines pleuritischen Exsudats ist bestehendes Fieber keine Contra 
indication. 
2) Die Eröffnung von Senkungsabscessen ist nach Ablauf der primären Entzündung gestattet-
	        

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