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6 Ctm. dicken und der ganzen Länge nach dem Sternum fest anhaftenden, an den
Rändern lappigen Tumor.
Derselbe ist von sehr derber Beschaffenheit; auf dem Durchschnitt hell-gelblich
gefärbt, sehr feucht, stellenweise stark weisslich gesprenkelt. An seiner hintern
Fläche geht er fast unmittelbar in das Parietalblatt des Herzbeutels über. In seinen
obern Partien zeigen sich durch Farbe und Aussehen deutlich erkennbare Lymph-
drüsen eingebettet. Der Tumor wuchert nur wenig nach hinten; im Lungenhilus
schiebt er sich zwischen die Bronchialdrüsen hinein. Die Bronchialdrüsen selbst
sind normal und etwas geschwellt. Im Herzbeutel mässig reichliche, etwas trübe,
mit feinen und grobem-weissen Flöckchen gemischte Flüssigkeit.
Das Herz ist etwas klein, schlaff, an der Spitze des linken Ventrikels ein
zottiger Sehnenfleck, in den Höhlen sehr schlaffes Blut — und Fibringerrinnsel mit
wenig sehr blassem Blute. Die Klappen normal; die Muskulatur schlaff, sehr blass.
Aorta im aufsteigenden Theil normal, im absteigenden dagegen an der Innenfläche
eine Anzahl gelblicher fettiger Flecken.
Hals: Schilddrüse klein normal. — Schlund- und Speiseröhren - Schleim
haut sehr blass, die des Kehlkopfes und der Luftröhre mit reichlichem feinschaumigem
Schleim bedeckt. Luftröhre und grosse Bronchien, von vorn nach hinten abge
plattet, besonders der linke Bronchus spaltförmig verengt. In der Vena jugularis
ein wandständiger Thrombus.
Die mikroskopische Untersuchung constatirte den Tumor als ein grosszeiliges
Sarkom: die Zellen mit grossem ovalen Kern, meist spindelförmig, zeigen sich in
grosser Ausdehnung in fettiger Entartung begriffen.
Was die zweite Frage betrifft, ob ohne eine Verletzung der Pleura die Para-
centese möglich sei, so wurde noch in neuerer Zeit über das gegenseitige Verhält-
niss der Laminae mediastini als Umschlagsfalten der beiden Pleurae zum Perikard
eine lebhafte Controverse geführt, an der sich vornehmlich eine anatomische (Luschka,
die Brustorgane des Menschen, Tübingen 1857 und dessen Aufsatz »Ueber das
Lagerungs-Verhältniss der vorderen Mittelfelle« im Archiv für pathol. Anatomie
Bd. XV, pag. 364) und eine medicinisch praktische Autorität betheiligten (Z. Hamer-
nick »das Herz und seine Bewegung« pag. 1858) sowie ein Anhang resp. verbesserte
Auflage dieses Werkes (R.) (»Die Grundzüge der Physiologie und Pathologie des
Herzbeutels«). Hamernick sucht in diesen beiden Werken mit vielen Worten gegen
Luschka darzulegen, dass die beiden Mittelfelle bei Erwachsenen, mit Ausschluss
eines geringen Antheils derselben an der obern und untern Grenze des Brustbeins,
in unmittelbarer Berührung mit einander stehen und beide zusammen sich vom linken
Sternalrand nach hinten Umschlägen. Kein Theil der vordem Pericardialwand könne
deshalb frei der vorderen Brustwand anliegen, sondern das Perikard sei überall
von den Laminae mediastini überzogen. Das Brustbein in seiner ganzen Länge
und Breite falle dabei dem rechten Pleurasacke zu; Laennec habe die Schwierig
keiten dieser Verhältnisse wahrscheinlich erkannt und deshalb zur Eröffnung des
Perikardiums die unterste Stelle am Brustbein vorgeschlagen. Bei einfachen Hydro-
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