eines seit lange bestehenden perikarditischen Exsudats zeigte, als wiederholt Anfälle
heftiger Dyspnoe bis zur Erstickungsgefahr eintraten, mit einem Hydrocelentroicart
die Punktion des Perikard im 5ten Intercostalraum 1 Ctm. vom linken Sternalrand
entfernt. Nach Entleerung von 100 Gramm einer blutigen Flüssigkeit stellte sich
unmittelbar Besserung ein, die mehrere Tage anhielt; die dann wieder eintretende
Steigerung drohender Symptome der durch die Perkussion nachweisbaren Zunahme
des Exsudates veranlasste Roger zu einer erneuerten Punktion, bei der 500 Gramm
gleichfalls blutig gefärbter Flüssigkeit entleert wurden. Die sofort nach der Ope
ration sich einstellende erhebliche Besserung nahm dauernd zu, und am 30ten Tage
nach dieser Punktion waren alle Beschwerden von Seiten des Herzens und Symp
tome eines perikarditischen Ergusses nicht mehr vorhanden.
Einen ferneren Fall veröffentlicht Roger im (l’union medical. 1869). Bei
einem 12jährigen Mädchen hatte sich schleichend eine massenhafte Exsudation im
Perikard entwickelt. Bei drohender Lebensgefahr unternahm er die Punktion; wählte,
weil die Herzspitze im 5ten Intercostalraum unterhalb der Brustwarze anschlug, den
6ten Intercostalraum. Ein Troicar mittleren Kalibers wurde in diesen in der Rich
tung von links nach rechts und etwas nach oben eingestossen, durchbohrte erst
beim 2ten Versuch das Perikard. Nach Abfluss von 780 Gramm Flüssigkeit trat
grosse Erleichterung ein. Am andern Morgen stellten sich plötzlich Suffokations-
erscheinungen ein, unter denen das Kind in Zeit von 3 Stunden starb. Die Section
zeigte noch geringes Exsudat im Perikard mit pseudomembranösen und tuberculösen
Einlagerungen; in der Gegend der Herzspitze eine partielle Verwachsung der Peri
kardialblätter, massenhafte Fibringerinsel besonders im rechten Herzen, in dem
rechten Hauptast der Lungenarterie ein Blutgerinsel; zudem bestanden ausgesprochene
myokarditische Veränderungen. Der plötzliche suflbkatorische Tod dürfte deshalb
wohl in dem durch die freiere Herzthätigkeit gelössten Embolus der Pulmonalis zu
finden sein. In der Gaz. des hop Nr. 71, 1870, finden wir ferner einen Fall mit Ge
nesung von Ponroy. Mit der Dieulafoy’schen Aspirationsspritze wurden 800 Gramm
einer serös-purulenten Flüssigkeit aus dem Perikard entleert. Bei dem gleichzeitigen
Bestehen einer linksseitigen Pleuritis, war die Reconvalescenz sehr protrahirt.
Eine abweichende Erscheinung finden wir bei Maclaren erwähnt, (Edinb. med.
Journ. Juni 1872) wo nach Abfluss von 1050 Gramm einer gelblich-grünen Flüssig
keit das Herz mit der Kanüle in directe Berührung kam, was eine unangenehme
nicht näher zu beschreibende Empfindung zur P'olge gehabt haben soll.
'Die Erleichterung, welche nach der Entfernung des Ergusses folgte, war wegen
eines gleichzeitig bestehenden pleuritischen Exsudats geringer, als man nach Ab
fluss einer so grossen Menge Flüssigkeit hätte erwarten sollen. Patient starb 6 Tage
nach der Operation. Die Obduktion ergab Pleuritis exsudativa Tuberculosis pul
monum, im Perikardium noch 360 Gramm einer grünlich-braunen Flüssigkeit; das
Perikardium verdickt.
S. Gemmell berichtet (Glasgow medic. Journ. Novbr. 1872) über eine tuber
kulöse Pericarditis, bei der die Punktion trotz vorhandenen grossen Exsudats nichts
entleerte. Wie die Obduction zeigte, waren die Perikardialwände mit einer ausser-

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