Anfang März 69 erkrankt Patientin plötzlich an Erysipelas, das indessen bald
schwindet. Mitte April beginnt sie an Krücken zu gehen.
Am 31. V. finden sich noch 4—6 Fistelgänge, die alle auf rauhen Knochen
führen, dieselben werden dilatirt und einige necrotische Knochenstückchen extrahirt;
an der Aussenseite der Fibula wird ein circa 1 Ctm. breites und 2 Ctm. hohes
Knochenstück, das mit der Fibula noch ein wenig zusammenhängt, ausgemeisselt.
20. VI. 69. Operationswunden sehen gut aus und sind bedeutend verkleinert.
Am 8. VII. findet sich ein neuer Abscess auf dem mailed. ext., der gespalten
wird ; mehrere mit fungösen Granulationen gefüllte Fisteln werden ebenfalls gespalten.
6. XI. Erysipelas des rechten Fusses bis über die Malleolen. Temperatur
von 40 °. Das Erysipel verbreitet sich in den nächsten Tagen auf den Unterschenkel
und Oberschenkel. Die Temperatur bleibt anhaltend hoch, bis am 18. XI. das Ery
sipel verschwindet.
ii IV. 70. Bei der Patientin, die am heutigen Tage entlassen wird, be
stehen noch einzelne Fisteln. Dieselben haben sich aber bedeutend verkleinert, so
dass nur noch eine sehr feine Sonde eindringen kann.
Leider habe ich über den jetzigen Zustand der Patientin Nichts in Erfahrung
bringen können.
3. Johannes M., 5 3 A Jahre alt, wurde am 23. Januar 1874 auf der Klinik
aufgenommen.
Patient stammt aus einer ungesunden Familie. Der Vater starb an einem
ßraftleiden, fast sämmtliche Geschwister, von denen einige frühzeitig starben, litten
an Drüsenschwellungen. Die Familie des Patienten lebte stets in sehr ärmlichen
Verhältnissen. Der Knabe war von Geburt an sehr schwach, konnte erst mit drei
Jahren gehen und überstand in seinem 2. Jahre die Masern und kurz darauf eine
Lungenentzündung. Vor zwei Jahren bekam er über den ganzen Körper, mit Aus
nahme des Kopfes einen pustulösen, oftmals eiternden Ausschlag, der mit besonderer
Heftigkeit an den Extremitäten auftrat. Vor einem Jahre nahm derselbe einen andern
Charakter an, indem sich an Stelle der grösseren Pusteln zahlreiche Knötchen von
der Grösse eines Stecknadelkopfes zeigten, welche heftiges Fieber erregten, zeit
weilig aber plötzlich verschwanden. Der Kopf war stets frei von Auschlag. Vor
4—5 Monaten wurde auf dem Rücken des linken Fusses eine sich unter gelinden
Schmerzen bildende Anschwellung bemerkt, welche stetig an Grösse zunahm, bis sie
ünter Entleerung von vielen dickgelbem Eiter vor 5 Wochen aufbrach ; seitdem eiterte
sie nicht mehr stark. Aerztlich wurde Patient bis jetzt nicht behandelt, gegen den

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