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Eine hübsche Zusammenstellung von 104 Fällen hat Lauffs (in seiner Inaugu
raldissertation Halle 1872) gegeben. Die Resultate waren quoad vitam 78 75 o/ 0
Heilungen 68 “ 65,4 %. Todesfälle 26 25 %, Misserfolge 7 ::: 6,7 %. Die
Heilung dauerte durchschnittlich 138 Tage.
Die Verkürzung betrug durchschnittlich ungefähr l / 3 des resecirten Stückes,
einmal auf 20,3 Cm. nur 4 Cm. und einmal war nach einer Resection von ip, 8 Cm.
Knochen gar keine Verkürzung geblieben. Bei 48 angegebenen Fällen wurde 32
Mal — 66,e % ein bewegliches Gelenk erzielt und 16 Mal — 33,3 °/ 0 Ankylose.
Auch Volckmann (die Resectionen der Gelenke S. 33) bezeichnet die Morta
lität bei der Fussgelenksresection als eine auffallend geringe, die Zahl der Misserfolge
als eine sehr kleine. Er glaubt annehmen zu können, dass von den etwa 100 Fuss-
gelenkresectionen, die seit Langenbeck's glänzenden Erfolgen gemacht sein mögen,
in mehr wie 75 % der Fälle eine wirklich brauchbare Extremität erzielt worden sei.
Volckmann selbst hat die Resection 2,1 Mal ausgeführt und nur 3 Kranke durch den
Tod verloren, einen vierten nachträglich mit Erhaltung des Lebens amputirt.
Eine Differenz der Anschauungen herrscht bei den Chirurgen darüber, ob
partiell, oder total resecirt werden soll. Entschieden gegen die partielle Resection
spricht sich Hueter aus, da die partielle Resection die Entleerung des Eiters aus der
Höhle erschwere und daher leicht Phlegmone, Sehnenscheiden-Entzündung etc. erzeuge,
dagegen keinen andern Vortheil habe, als dass die Operation weniger mühsam sei.
H. Fischer will dagegen, dass man möglichst partiell resecire und Langenbeck erklärt,
dass durch partielle Resectionen des Sprunggelenks dieselben vollkommenen Resultate
erzielt werden können, wie durch totale. Er fährt fort: „Sollten weitere Erfahrungen
dieses bestätigen, so würde man sich veranlasst sehen müssen in allen Fällen so
wenig wie möglich zu reseciren, weil nach partieller Resection die Nachbehandlung
leichter ist und namentlich Verkürzung sicherer vermieden werden kann, als nach
Entfernung grosser Knochenenden oder aller 3 das Gelenk bildenden Knochen.“ Auch
Volckmann glaubt, dass die Erfahrung bereits zu Gunsten der partiellen Resection
entschieden habe.
Unter den Indicationen für die Resectionen des Fussgelenks nehmen wohl die
schweren Schussverletzungen dieses Gelenkes den ersten Rang ein; diesen schliessen
sich an die frischen Luxationen, welche mit Austritt des verrenkten Gelenkendes
durch eine Wunde complicirt sind, ferner die schlecht geheilten Fracturen und ver
alteten irreponiblen Luxationen, wenn in Folge derselben der Gebrauch des Fusses
bedeutend erschwert ist und Ankylosen in Streckstellung.
Dagegen sind sehr verschieden die Ansichten der Chirurgen über die Zweck-
Lässigkeit der Fussgelenksresection bei Caries.

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