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Knochen sowohl in der Continuität als auch in den Gelenken entfernt habe. Bei den
späteren Schriftstellern finden wir indessen auch nicht eine Spur von dieser Opera
tion, bis zuerst Ambroise Pare (c. i55°) ihrer wieder Erwähnung thut und nach
ihm Riverius, Severinus, Petit, Soultet und einige andere.
Allein die eigentliche neue Aera der Resection clatirt erst vom Jahre 176S,
als Charles White in Manchester veröffentlichte, dass er einen in Folge acuter Oste-
omgelitis nekrotisch abgelösten Oberarmkopf bei einem vierzehnjährigen Knaben rese-
cirt habe. Der Knochenersatz war bei diesem Falle ein so vollkommener, dass der
resecirte Arm nur 1 Zoll kürzer blieb und der Patient denselben nicht nur in die
Höhe heben, sondern auch rotiren konnte. Obwohl es allerdings jetzt erwiesen ist,
(Stromeyer, Handbuch der Chirurgie II. 1030), dass diese Operation keine wirkliche
Gelenkresection, sondern nur eine Resection eines nekrotischen Stückes dei l)ia-
physe gewesen ist, so gebührt doch Chsrles White der Ruhm, die Gelenkresection
zuerst nachdrücklich empfohlen zu haben.
Nachdem von Charles White dieser Anstoss gegeben war zu den Gelenk-
resectionen, stellten Chaussier und Vermandois am Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Versuche bei Thieren an, die aber ohne Erfolg blieben, weil Periost und Gelenk
kapsel nicht geschont wurden und die mit den von Moreau um dieselbe Zeit an
Kranken ausgeführten Resectionen zu der noch jetzt in Prankreich herrschenden An
sicht führten, dass bewegliche Gelenke durch die Resectionen überhaupt nicht ei zielt
werden könnten, dass vielmehr der günstigste Erfolg die Ankylose sei.
Subperiostale Resectionen sind zuerst in den dreissiger Jahren dieses Jahr
hunderts von Bernhard Heine in Würzburg an Hunden und bald darauf (1842) von
B. v. Bangenbeck in Kiel an Menschen mit Erfolg gemacht und seitdem durch letzte
ren, Stromeyer, Esmarch, Volkmann, Hueter und zahlreiche andere deutsche, sowie
englische Chirurgen allgemein eingeführt worden.
Vergleichen wir nun den Werth der Resectionen mit dem der Amputationen
resp. Exarticulationen, so hat die Resection nicht nur den ungeheuren Vortheil, dass
sie mit dem Leben des Kranken zugleich auch die Extremität erhält, sondern auch
noch den, dass die Wunde bei der Resection mehrerer Gelenke, besonders des
Schulter- und Ellenbogengelenkes eine bedeutend kleinere ist, als bei der Amputation
und dass keine grössere Arterien und Nerven durchschnitten werden, wie bei letzterer,
dass daher auch die Mortalität eine bedeutend günstigere ist, als bei der Amputation.
Und nicht selten gewinnt die resecirte Extremität einen so hohen Grad von Brauch
barkeit, dass sie der des gesunden Gliedes fast gleichkömmt.
Die Resection des Fussgelenkes war bis vor wenigen Jahren weder eine sehr
bekannte, noch eine beliebte Operation. Es machten vor Allem die äusserst günstigen

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