Harnblase. Schleimhaut stark grau gefärbt.
Uterus. Das Peritoneum, besonders über den Ovarien stark schiefrig, ebenso das Stroma
der Ovarien. Scheidenschleimhaut ganz leicht schiefrig.
Dünndarm. Schleimhaut durchaus sehr stark schiefrig, doch nach unten abnehmend,
gefärbt.
Dickdarm. Schleimhaut etwas düster gefärbt.
Lymphdrüsen durchaus stark sehiefrig, besonders in der Corticalsubstanz.
Bauth aorta. Innenfläche ungleichmässig bläulich gefärbt.
Magen. Etwas sanduhrförmig, in seinem Pylorustheile eng, der Fundus ziemlich weit.
An der kleinen Curvatur, 4V2 cm. vom Pylorus, 5 cm. von der Cardia, findet sich ein in der Py-
lorus-Cardia-Richtung 1,8 cm., in der Quere 4 cm. messender, die ganze Magenwand durchsetzender
unregelmässig rundlicher, doch scharf begrenzter Substanzverlust mit abgerundeten geglätteten
Rändern, derselbe führt in einen flachen bis 7 cm. im Durchmesser haltenden hinter dem Magen
liegenden, von Magen, Leber, Panereas und zum Theil vom Duodenum begrenzten Hohlraum,
von diesem führt eine runde ca. 3 cm. weite Oeffnung in den oberen Theil des Duodenum. Die
Schleimhautränder des letzteren sind in den Hohlraum hinein umgeklappt. Von beiden Enden
des Substanzverlustes der Magenwand aus ziehen strahlige auf der vorderen sowohl als hinteren
Mageninnenfläche 1,6 cm. und 2 cm. lange Narben gegen die grosse Curvatur hin, gegen welche
die Schleimhaut stark strahlig herangezogen erscheint.
Schädel. Dura im Ganzen zart, an ihrer Innenfläche gleichmässig stark graulich gefäibt.
Innere Häute im ganzen zart, nicht auffällig gefärbt.
Hirnsubstanz. Die Rinde zeigt deutlich zweierlei Schichten, die äussere etwas mehr
grau und etwas dunkler. Die Plexus intensiv schwarz gefäibt.
Kleinhirn anscheinend normal, nur der calamus scriptorius sehr staik grau gefäibt.
Rücken marks canal. Dura an der Innenfläche ganz leicht duster gefärbt.»
Ein wegen seines seltnen' Vorkommens erwähnungswürdiger Fall betraf eine Patientin im
Alter von 30 Jahren, welche mit einer echten Magenfistel behaftet war. Seit ihrem 16. Jalne litt
die Kranke an Magenbeschwerden, welche sich Anfangs nur in Schmerzen, spätei abei auch in
Erbrechen, dem jedoch nie Blut beigemengt gewesen sein soll, äusserten. Im Jahre 1870 bemeikte
Pat. gleich unterhalb des linken Rippenbogens eine Geschwulst, welche ihr aber keinerlei Schmeien
verursachte. Vier Jahre nach dieser Zeit bemerkte Kranke, dass ihr aus der genannten Geschwulst
Flüssigkeit herablief, und bald konnte sie beobachten, dass nach dem Genüsse flüssiger Speisen,
dieselben aus der Oeffnnng wieder zum Vorschein kamen, auch fiel ihr auf dass diesei Vorgang
besonders leicht dann eintrat, wenn sie die linke Seitenlage einnahm. Dabei wurde Patientin hin
und wieder von heftigen Schmerzattaken in der Magengegend heimgesucht, u n d obgleich ihr Appetit
nach wie vor rege blieb, so konnte sie dennoch einen beträchtlichen Abfall ihrer Kräfte in letzter
Zeit constatiren.
Bei ihrer Aufnahme in die medicinische Klinik zeigte das Mädchen bereits einen Marasmus
bedeutenden Grades, Der Leib war tief eingesunken und zeigte gleich unterhalb des linken Rip
penbogens eine flache Erhabenheit von der Grösse etwa eines Zweithalerstückes, auf deren Höhe
sich zwei narbige Einziehungen befanden, die nach der Mitte hin verliefen und in eine enge Fistel

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