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der hiesigen Universität zn genehmigen geruht. Hienach wird fortan von diesen Einkünften jähr
lich zur Stellung von Preisaufgaben die Summe von 4800 M. bestimmt, nämlich:
1) die Summe von 3000 M., und zwar je 600 M. resp. der theologischen, der juristischen
und der medicinischen Fakultät, 1200 M. aber der philosophischen Fakultät, zur Stellung von
Preisaufgaben aus dem Gebiete der wissenschaftlichen Fächer der respectiven Fakultäten. — Diese
Preise führen fortan den Namen: neue Schassische Preise.
2) die Summe von 1800 M. zur Stellung von solchen Preisaufgaben, welche aus dem Ge
biete der klassischen Philologie entnommen werden. — Diese Preise führen fortan den Namen ;
alte Schassische Preise. Sie werden gestellt und gelöst (wie früher) in lateinischer Sprache.
Während nun die alten Schassischen Preisaufgaben in Anlehnung an die bisherigen des-
fallsigen Vorschriften von einer Schassischen Prüfungscommission im December jedes Jahres ge
stellt und am schwarzen Brette bekannt gemacht werden, und nachher auch die Prämiirung von
dieser Commission den Bewerbern bekannt gemacht wird, ist es anders bei den durch die Fakul
täten gestellten und gekrönten neuen Schassischen Preisaufgaben, Die Bekanntmachung der ge
stellten Preisaufgaben wie nachher die der Preisvcrleihungen geschieht hier öffentlich durch den
Rektor bei dem Akte des Rektoratswechsels.
Diesem nach sind bei dem diesmaligen Rektoratswechsel zum erstenmale die von den be
treffenden Fakultäten gestellten neuen Schassischen Preisaufgaben öffentlich durch Verlesung be
kannt zu machen, was in der heutigen Feier durch den neuen Rektor geschehen wird.
Hiermit schliesst mein Bericht über das verflossene Universitätsjahr. Für das mit dem
heutigen Tage beginnende neue Amtsjahr ist Consistorialrath Prof. Dr. Weiss zum Rector der
Universität gewählt und bestätigt. Demnach proklamire ich hiermit kraft meiner Amtsobliegenheit
zu meinem Nachfolger im Rectorate den Consistorialrath Professor Dr. WEISS,
2) Universitäts-Bibliothek.
Dem Bibliothekar H. Ratjen, welcher am 14. Jan. 1826 zum Unterbibliothekar und 1833
zum Bibliothekar und Mitglied der Bibliotheks-Commission Allerhöchst ernannt worden, ward auf
Seine Bitte von dem Bibliothekariat entbunden. Se. K. K. Majestät geruhten durch das Aller
höchste Dimissoriale vom 17. September dem Bibliothekar PI. RATJEN die wegen seiner geschwächten
Gesundheit nachgesuchte Entlassung seines Amts als Bibliothekar in Gnaden und unter Bezeugung
der Zufriedenheit mit seiner Dienstführung zu ertheilen, Diese Allerhöchste Verfügung ward dem
Bibliothekar später durch das Königliche Curatorium mitgetheilt.
Vom ersten November 1875 an ward doctor juris STEFFENHAGEN, Bibliothekssecretair
in Göttingen, interimistisch mit der Verwaltung der Kieler Universitätsbibliothek beauftragt. Die
Bibliothekscommission ward vom Königlichen Curatorio mit der Uebertragung der Geschäfte des
Bibliothekariats beauftragt. Die beiden Custoden der Bibliothek und der Bibhotheksbote wurden
von der eintretenden Aenderung vorher in Kenntniss gesetzt.
Am ersten November versammelten sich die Mitglieder der Bibliothekscommission: Prof.
Nevner, Prof. WEISS, Prof. Lübbert (Prof. Karsten und Ftatsrath Litzmann waren verhindert)
sowie der bisherige Bibliothekar Prof. Ratjen und Dr. Steffenhagen auf der Universitätsbiblio
thek. Das bibliothekarische Amt ward mit einer Anrede des Prof. NEVNER dem Prof. RATJEN
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