Mein Bericht wendet sich nunmehr zur U eher sicht der Zahl der St udir enden in
dem jetzt zu Ende gehenden Rectoratsjahre. Diese Zahl zeigt in diesem wie schon in dem vorigen
Rectoratsjahre in erfreulicher Weise eine fortwährende Zunahme der Frequenz unserer Universität,
Im Sommer semester 1875 zählten wir 48 Theologen, 13 Juristen, 58 Mediciner, 46 Studi-
rende der Philologie und Geschichte, 15 Studirende der Mathematik und Naturwissenschaften,
3 Studirende der Cameralien und der Landwirthschaft, 7 Studirende der Pharmacie und Zahnheil
kunde, im Ganzen also 190 Immatrikulirte, wozu 9 Aeltere kamen, welche mit Bewilligung des
Rectors an den Vorlesungen Theil nahmen, wonach sich die Gesammtzahl der Zuhörer im ver
flossenen Sommersemester auf 199 stellte, während sich die Zahl der Immatrikulirten im Sommer
semester 1874 auf 194, im Wintersemester 1874 j ?s auf 199 belaufen hatte.
Das gegenwärtige Wintersemester zeigt 50 Theologen, ^Juristen, 64 Mediciner,
47 Studirende, der Philologie und Geschichte, 16 Studirende der Mathematik und Naturwissenschaften
2 Studirende der Cameralien und Landwirthschaft, 7 Studirende der Pharmacie und Zahnheilkunde,
demnach im Ganzen 203 Immatrikulirte, wovon Einer erst während des Drucks des amtlichen
Verzeichnisses der Studirenden immatrikulirt wurde, und daher nicht mehr in dieses Verzeichniss
aufgenommen werden konnte, Zu diesen 203 Immatrikulirten kommen 13 Aeltere, welche mit
Bewilligung des Rectors an den Vorlesungen Theil nehmen, so dass sich im gegenwärtigen Winter
semester die Gesammtzahl der Zuhörer auf 216 stellt.
Wir dürfen hoffen, dass die Zahl unserer Studirenden von Jahr zu Jahr wächst, und nament
lich dürfen wir mit Gewissheit einem sogar bedeutenden Zuwachse der Studirenden entgegensehen,
sobald die schon so lange projectirten, für das Aufblühen unserer Universität überaus wesentlichen
Neubauten zur Ausführung gekommen sein werden, ich meine ausser dem neuen Bibliotheksgebäude,
welches selbst bei geringer Anzahl der Studirenden ein ernstes dringendes Bedürfnis ist, die Ana
tomie, das physiologische Institut, das neue chemische Laboratorium, das zoologische Museum
und den botanischen Garten mit Zubehör. Die Universität Kiel hat in der That keinen dringen
deren Wunsch, keine wichtigere Bitte, welche sie an ihre hohen Vorgesetzten richten möchte, als
die, dass diese so lange ersehnten Neubauten definitiv beschlössen und zur thatsächlichen Aus
führung gebracht werden. Wie heute zum erstenmale wieder die Universität durch die Feier des
Rectoratswechsels mehr in die Oeffentlichkeit tritt, wie hoffentlich noch in diesem Jahre die Vol
lendung des neuen Universitätsgebäudes den Glanz der Universität erhöhen wird, so wird sicher
lich und unabweisbar die Herstellung jener projectirten Neubauten die Leistungsfähigkeit der
Institute, die Zahl der Studirenden, und somit die Bedeutung unserer Universität um ein Wesent
liches erhöhen.
Zum Schlüsse meines Berichtes habe ich davon Nachricht zu geben, dass im Laufe dieses
Rektoratsjahres zur Förderung und Belebung der Studien an hiesiger Universität eine Neugestal
tung der Schassischen Stiftung in das Leben getreten ist, nachdem die jährlichen Ein
künfte dieser bisher auf das Gebiet der klassischen Philologie beschränkten Stiftung sich allmählich
so vermehrt haben, dass ein Theil der Einkünfte für die Wissenschaft überhaupt zugänglich ge
macht werden konnte. Se. Maj. der Kaiser und König haben nämlich mittelst Erlasses vom 12ten
März, v. J. das von dem akademischen Consistorium in diesem Sinne beantragte’ neue Regulativ
vom 9. Januar v. J, über die Verwendung der jährlichen Einkünfte der Schassischen Stiftung bei

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.