der hiesigen academischen Lesehalle geworden ist. —- An seine Stelle ist berufen; Dr. WALTHER
FLEMMING, bisher ausserordentlicher Professor in Prag. Er wird zu Ostern hier eintreten.
In der philosophischen Facultät wurde zufolge Ministerialerlasses vom iS. October
v. J. der bisherige Privatdocent Dr. RICHARD PlSCHEL in Breslau zum ausserordentlichen Professor
für das Fach des Sanscrits und der vergleichenden Sprachforschung ernannt, und trat mit Beginn
des Wintersemesters in diese seine neue Stellung ein. Dagegen zählen wir seit dem Sommer
semester v. J. unter den Doccnten der philosophischen Facultät nicht mehr den Dr. HEINRICH
Behrens, nachdem derselbe einen ehrenvollen Ruf als Professor an das Polytechnikum zu Delft
erhalten, und bereits im Januar v. J. seinen neuen Beruf angetreten hat. Aus der Zahl der
ordentlichen Professoren der philosophischen Facultät wird zu Ostern d.J. der Professor der deut
schen Sprache und Literatur, Dr. Carl WEINHOLD in Folge eines an ihn ergangenen Rufes nach
Breslau ausscheiden. Wir verlieren in Professor WEINHOLD einen unserer tüchtigsten Lehrer, der
zugleich ebenfalls 2 Jahre nach einander, unmittelbar vor Prof. KUPFFER, das hiesige Rectorat
bekleidet hat, und seit 1872 Allerhöcht bestätigtes, von unserer Universität präsentirtes Mitglied
des Herrenhauses ist. Auch bei seinem Scheiden wünschen wir, dass er in seiner neuen Heimath,
obwohl sie für ihn zugleich die alte, ursprüngliche Heimath ist, die Kieler Universität, an welcher
er so viele Jahre lang gewirkt hat, nicht vergessen möge. — Aus der Zahl der ausserordent
lichen Professoren verlieren wir zu Ostern den Dr. ERWIN RoHDE, er folgt einem Rufe nach Jena
als ordentlicher Professor der klassischen Philologie. Wir müssen bedauern, diese junge tüchtige
Kraft sobald wieder von unserer Universität scheiden zu sehen.
An den bisherigen Bericht über den Personalstand der Universitätslehrer schliesst sich die
Mittheilung einer Veränderung, welche in dem Verwaltungspersonal der Universitäts
bibliothek stattgefunden hat. Se. Majestät der Kaiser und König haben durch Allerhöchstes
Dimmissoriale vom 17. September v. J. dem bisherigen Bibliothekar, Conferenzrath und Professor
Dr. HENNING Ratjen die von demselben nachgesuchte Entlassung aus dem Amte als Bibliothekar
der hiesigen Universitätsbibliothek unter Bezeigung Allerhöchster Zufriedenheit mit dessen langjähriger
Amtsführung zu ertheilen geruht, und ist hierauf durch den Herrn Minister der geistlichen, Unter,
richts- und Medicinal-Angelegenheiten der Bibliotheks-Secretair an der Universtät Göttingen, Dr.
jur. Ernst Steffenhagen mit der interimistischen Verwaltung der hiesigen Universitäts-
Bibliothekarstelle vom i. November v. J. ab beauftragt worden. Conferenzrath RATJEN war an
hiesiger Universitätsbibliothek im Jahre 1826 als Unterbibliothekar angestellt, und 1833 zum
Bibliothekar ernannt worden. In dieser langen Reihe von Jahren hat er seine reichen bibliogra
phischen Kenntnisse sowie seine ausserordentliche Kunde der Schleswig-Holsteinischen Geschichte
und Literatur zum Nutzen der Bibliothek wie der ganzen Universität in unermüdlicher Berufstreue
verwendet. Das academische Consistorium hat ihm, in welchem wir zugleich den Senior unserer
Universität verehren, am 12. November v. J. durch eine Deputation der 4 Dekane die Anerkennung
und den Dank der Universität ausgedrückt für seine langjährige segensreiche Verwaltung des
Universitäts - Bibliothekariats, von welchem Amte zu scheiden ihn seine hohen Jahre veranlasst
haben. Als ordentlicher Professor in der philosophischen Facultät bleibt Conferenzrath RATJEN
fortwährend im Amte. Möge es ihm vergönnt sein, in diesem Amte noch lange unserer Universität
erhalten zu bleiben, und ihre Interessen durch seinen erfahrenen Rath zu stützen.

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