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Zunächst habe ich über den Personalbestand der Universitätslehrer zu berichten.
Derselbe stellt sich am Schlüsse des heute abgelaufenen Rectoratsjahre* nach folgender
Uebersicht heraus.
Die theologische Facultät zählt 5 ordentliche Professoren und 1 Privatdocenten.
Die juristische Faculät zählt ebenfalls 5 ordentliche Professoren, ausserdem 2 Privat
docenten.
In der medicinischen Facultät befinden sich 7 ordentliche Professoren, 3 ausserordent
liehe Professoren, 9 Privatdocenten und ein practischer Zahnarzt, welchem von dem Herrn Minister
die Erlaubniss zum Halten von Vorlesungen an hiesiger Universität ertheilt ist.
Die philosophische Facultät umfasst 20 ordentliche Professoren, 3 ausserordentliche
Professoren, 5 Privatdocenten und 2 Lectoren.
Ausserdem befindet sich an der Universität ein Lehrer der Zeichnenkunst und ein Lehrer
der Fechtkunst.
Das soeben den Zahlen nach aufgeführte Lehrerpersonal hat in dem jetzt zu Ende
gehenden Rectoratsjahre im Vergleiche zu dem vorigen Rectoratsjahre den Personen nach zwar
Tn der theologischen und juristischen Facultät keine Veränderungen erfahren, wohl aber in der
medicinischen und in der philosophischen Facultät.
In der medicinischen Facultät starb nach längeren Leiden am 29. September v. J.
der hochbetagte Professor Dr. P. W. Jessen , Director der Heilanstalten für Nervenleidende zu
Hornheim. Er hinterlässt ein ehrenvolles Andenken bei Allen, welche ihn in seiner langjährigen
Wirksamkeit gekannt haben. Ebenso verlor die Universität durch Tod am 16. Januar d.J. den ausser
ordentlichen Professor Dr. Emil Kirchner im fast vollendeten 65. Lebensjahre. Er hat an unserer
Universität viele Jahre gewirkt, zugleich war er längere Zeit Mitglied des früheren Sanitatscpllegiums
und trat bei Errichtung des Provinzial-Medicinal-Collegiums in dasselbe über. — Einen Zuwachs
hat dagegen die medicinische Facultät erhalten in Dr. Ludwig MAULING, Dr. FERDINAND August
Falck, Dr. Paul Albrecht und Dr. Friedrich Werth. Ersterer habilitirte sich hierselbst als Pri-
vatdocent am 5. Mai v. J„ nachdem er im Sommersemester 1874 bei der hiesigen medicinischen hacultat
promovirt hatte. Dr. FALCK, bisher Privatdocent an der Universität Marburg, habilitirte sich zu Anfang
dieses Wintersemesters mit Zustimmung der medicinischen Facultät als Privatdocent an hiesiger
Universität, und trat zugleich als Assistent an dem physiologischen Institute ein. Dr. ALBRECHT
und Dr WERTH habilitirten sich hierselbst erst in jüngster Zeit, im Januar d. J., als Privatdocenten
in der medicinischen Facultät. - Für die nächste Zukunft aber steht der medicinischen Facultät
wie unserer ganzen Universität ein empfindlicher Verlust bevor durch die zu Ostern erfolgende
Uebersiedelung des ordentlichen Professors der Anatomie, Dr. Carl Kupffer auf die Universität
Königsberg, wohin er im Laufe dieses Winters einen ihn auszeichnenden Ruf erhalten und ange
nommen hat. Möge ihm an seinem neuen Berufsorte eine glückliche Zukunft blühen, und möge
sich dort bei ihm die Erinnerung an unsere Universität ungeschwächt erhalten, wozu ihm die allge
meine Achtung, welche er sich hier erworben hat, Grund genug bieten darf. Es sei erwähnt, dass
er auch das academische Rectorat hierorts zwei Jahre nach einander, unmittelbar vor dem jetzt
abgehenden Rector, bekleidet hat, und während seiner Rectoratsverwaltung zugleich der Begründer

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