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bei denen sich Gelegenheit zur Erwerbung und Anwendung von Kenntnissen darbot. Um nicht
unter den Franzosen zu dienen, ging NOLTE 1812 nach Berlin. Durch S'i'öVERS «.Leben Linnes»
Ward sein Interesse für Botanik gesteigert. Im Jahre 1813 bezog NOLTE die Universität Göttingen,
ward 1817 den 16. Sept. Doctor der Medicin und Chirurgie; er ging zur Fortsetzung seiner Stu
dien nach Berlin, widmete sich aber ganz der Botanik. Im Jahr 1820 ging NoLTE zu seinem
Vater, der nach Ratzeburg gezogen war. Als der Kopenhagener Professor HORNEMANN nach
Lauenburg kam, lernte NOLTE ihn kennen, theilte ihm seine botanischen Arbeiten mit, gab ihm
eine botanische Karte Lauenburgs und begleitete ihn auf dessen Reisen in Lauenburg. Im Jahr
1821 folgte NOLTE einer Aufforderung, nach Kopenhagen zu kommen, hier ward er beauftragt,
gegen eine jährliche Vergütung von 200 Species, Schleswig, Holstein und Lauenburg in botanischer
Beziehung zu bereisen und die gesammelten Pflanzen zur Fortsetzung der blora Danica nach
Kopenhagen zu senden. NOLLE bereiste auch das nahe Mecklenburg. Im Jahr 1824 und 1825
besuchte NOLTE fast sämmtliche Schleswigsche und Dänische Inseln, worüber Aufzeichnungen vor
handen sind. Er lernte in Kopenhagen viele Gelehrte und auch andere Kreise kennen, gab .1825
in Kopenhagen botanische Bemerkungen über Stratiotes und Sagittaria heraus, worauf er von der
Kopenhagener Gesellschaft der Wissenschaften ein , Anerkennungsschreiben mit, einer silbernen Me
daille erhielt.
Friede. Weber, der Kieler Professor der Medicin und Botanik, Welcher auch die Auf
sicht über den 1802 bei dem W.EBER’schen Krankenhause eingerichteten botanischen Garten fi ) hatte,
starb den 21. März 1823, der Professor der Botanik MOEDENHANER, w r elcher die Aufsicht über
den später verkauften Baumgarten in Düsternbrook hatte, starb den 21. Aug. 1828. NOLTE ward
den 3. Juni 1826 zum Professor der Botanik und Director des botanischen Gartens mit der An
wartschaft auf eine Amtswohnung ernannt. Erst im Jahr 18I2 erhielt er dieselbe, in diesem Jahr
wurden auch neue Gewächshäuser gebaut. Im Jahre 1826 gab NOLTE Novitiae florae Holsaticae,
sive supplementum alterum primitiarum florae Holsaticae G, H. WEBERI heraus. Im Jahr 1787
-schrieb WEBER Primitiarum florae Holsaticae supplementum, daran schliesst sich NOLTE S Schritt
in der Vorrede giebt NOLTE Nachricht über seine botanischen Reisen und über die ihm ge
leistete Hülfe. Zur Linnaea und andern botanischen Zeitschriften lieferte NpLTE Beiträge, auch
gab er seit 1835 mehrere Jahre hindurch einen Index seminum horti botanici Kiliensis heraus.
Im Jahr 1867 wurde Nolte’s Doctordiplom von der medicinischen Fakultät in Göttingen
erneuert, der Dekan, Professor SCHWARTZ, war NOLTE’S früherer Schüler. Die Kieler philosophische
Fakultät ernannte NOLTE zum Doctor der Philosophie, der König verlieh ihm den Kronenorden
vierter Klasse. NOLTE fand nah und fern Anerkennung: Die Leopoldina hatte ihn schon im
Jahr 1864 zu ihrem Mitgliede ernannt, er war auch Mitglied mehrerer anderer Gelehrten-Gesell-
schaften. NOLLE stand mit vielen Gelehrten in wissenschaftlichem Briefwechsel, unter andern mit
Alex. Braun in Berlin, Ree henbach in Dresden, und Reichenbach in Hamburg,- Schlechten-
dahl, Göppert und Hugo v. Mühl. In der Botanik war Nolle ein Verehrer Linnes und des
Linneschen Systems, nach welchem auch die Pflanzen im Kieler botanischen Garten geordnet
sind. Von den vielen Freunden in den Herzogthümern, die mit Nolle correspondirten, will ich
*) Ueber das durch den älteren Weber (G. E. Weber), Vater von Friede. Weber, gestiftete Krankenhaus
vergl. Ratjen, 'Geschichte der Universität zu Kiel, S. 105.

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