als Bibliothekar auch dazu ausbeuteten, die Vergangenheit unserer Hochschule der
Vergessenheit zu entreissen, so haben Sie Sich dadurch auch um die ganze Universität
ein bleibendes, ein nicht dankbar genug anzuerkennendes Verdienst erworben.
Rude donatus heisst auf den Universitäten Hollands jeder sein Amt mit Ehren
niederlegende Greis. Möge Ihnen Ihr Friedensstab noch lange duften und grünen,
wenn Sie aus dem Munde Ihrer Collegen hören, dass stets bei uns in dankbarer Er
innerung bleiben wird, was Sie der Universität als ihr Bibliothekar vom ersten bis zu m
letzten.Tage Ihrer Amtsführung gewesen sind.»
Auf diese Ansprache erwiederte Conferenzrath Ratjen die folgenden Worte:
. «Verehrte Herren Collegen! Für Ihre freundlich ausgesprochene Theilnahme sage ich
Ihnen meinen innigsten Dank und bitte, dem akademischen Consistorio meinen Dank
darlegen zu wollen. Mein hohes Alter gestattet mir nicht, das Bibliothekariat fortzu
führen. Die Mahnung des Dichters «Ihr steckt die Hand wohl in die Wogen, doch
«denkt Ihr nimmermehr dabei, wenn Ihr sie dann zurückgezogen, dass nun ein Loch
«im Wasser sei, und habt Ihr eine Stellung inne, so meint Ihr doch in eitlem Sinne,
«dass, wenn Ihr unverhofft erblasset, Ihr eine Lücke hinterlasset» ist früh an mich
herangetreten.
Ich darf dem Dank einen Wunsch hinzufügen. Unsere CHRISTIANA ALBERTINA
ward am 5. October 1665 mit dem Motto «pax optima rerum» eingeweiht. Das Kleinod,
wie der Herzog bei der Stiftung seine Universität nannte, hat schwere Zeiten durch
lebt, ist aber erhalten. Möge unsere Universität blühen im äusseren und im innerfakul
tativen Frieden. Die theologische Fakultät wird den Strauss bestehen, die juristische
Jedem das Seine geben, die medicinische, die lange Kunst, blüht in Kiel, die philo
sophische Vieles umfassende Fakultät wird mehr Raum gewinnen. Lassen Sie uns an-
stossen auf das Wohl der CHRISTIANA ALBERTINA, sie möge blühen! hoch!»
Am 13. Februar 1875 starb wie schon im Rektoratsberichte in der Chronik für 1874 S. 5
erwähnt ist, der Professor Dr. Ernst Ferdinand Nolte. Eine nähere Mittheilung über sein
Leben und Wirken ist am Schlüsse dieses Abschnittes gegeben.
Am 29. September 1875 verstarb in hohem Alter der Professor, Privatdocent Dr. P. W.
JESSEN, Director der Heilanstalten für Nervenleidende zu Hornheim.
Am 16. Januar 1876 starb der ausserordentliche Professor in der medicinischen Fakultät
Dr. Emil Kirchner.
Ernst Ferdinand Nolte.
In dem Rectoratsberichte, welcher in der Chronik der Universität zu Kiel über 1874 und
den Anfang vom Jahr 1875 gedruckt wurde, ist des Professors NOLTE, Directors des Kieler bota
nischen Gartens und seines Scheidens am 13. Februar 1875 gedacht worden. Im Lexikon der
hämburgischen Schriftsteller von Schröder & Klose B. 5. ist S. 558-—560 eine nicht ganz richtige
Nachricht über das Leben unseres Kieler Nolte enthalten.
ERNST Ferdinand Nolte ward 1791 den 24. December in Plamburg, wo sein Vater
Kaufmann und Toskanischer Consul war, geboren. Unser NOLTE besuchte die Privatschule des
Doctor Plipp, der später Professor am Hamburger Johanneum wurde, darnach vervollständigte
Nolte besonders seine naturhistorischeil Kenntnisse bei mehreren Apothekern und andern Männern,

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