Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

13 
Ob das hier beschriebene Bibromnaphtalin mit einem der beiden von C. Glaser 1 ) 
durch directe Bromirung des Naphtalins dargestellten Bibromnaphtaline identisch oder 
denselben isaner ist, habe ich noch nicht untersucht. Nach der Entstehungsweise zu 
urtheilen, ist das Letztere sehr wahrscheinlich. 
Bromjodnaphtalin CioHßBrJ, 
Versetzt man das bei Darstellung des schwefelsauren Diazobromnaphtalins er 
haltene Rohproduct mit einer wässerigen Lösung von Jodwasserstoffsäure, so scheidet 
sich unter Stickstoffentwicklung Bromjodnaphtalin aus. Um dasselbe zu reinigen, wäscht 
man es auf dem Filter mit Natronlauge und Wasser aus und krystallisirt es wieder 
holt aus starkem Alkohol um. Man erhält so prachtvolle Nadeln von brauner Farbe. 
Um die für diesen Körper angeführte Formel durch die Analyse zu constatiren, wurden 
Brom und Jod indirect bestimmt, indem der Bromjodsilberniederschlag mit nascirendem 
Wasserstoff reducirt und das erhaltene Silber gewogen wurde. 0, 25 8i Grm. der über 
Schwefelsäure getrockneten Substanz (nach Carius’ Methode oxydirt) gaben 0, 32 46 Agßr 
-f- AgBr und 0,m4 AgJ. 
Berechnet: Gefunden: 
Cio 
Hs 
Br 
J 
120 
6 
80 
127 
36,04 
1,80 
24,02 
38,14 
23,28 
38,40 
433 100, 
Das Bromjodnaphtalin ist in Wasser unlöslich, in Aether und in Benzol Löslich, 
besonders leicht löst es sich in Alkohol. Es schmilzt bei 86 °. 
ln Anbetracht dessen, dass sich das Bromjodnaphtalm leichter darstellen lässt, 
als das Bibromnaphtalin, schien es mir von vornherein vorteilhafter, jenes statt des 
letzteren in eine substitute Phtalsäure überzuführen und, falls eine Bromjodphtalsäure 
erhalten würde, in dieser die Plätze des Broms und des Jods zu bestimmen. Bei 
einigen Versuchen jedoch, bei denen Bromjodnaphtalin mit Salpetersäure von l,i 7 spec. 
Gewicht im zuaeschmolzenen Glasrohre auf circa 200° erhitzt wurde, zeigte sich eine 
so reichliche Abscheidung von Jod, dass daraus wohl geschlossen werden konnte, 
dass das Bromjodnaphtalin unter den angegebenen Verhältnissen nicht beständig genug 
ist, um nicht eine tiefer gehende Zersetzung zu erleiden. Daher dürfte sich jene 
Verbindung zur Oxydation zu einer substitute« Phtalsäure nicht eignen. 
Fürth, im April 1873. 
*) Annal. d. Chcm. u. Pharm. 135, 40
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.