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Zur Darstellung von schwefelsaurem Diazobromnaphtalin wurde pulverisirtes
Bromnaphtylamin durch Uebergiessen mit Salpetersäure von 1, 3 spec. Gewicht und
massiges Erwärmen in das salpetersaure Salz übergeführt, wenig Wasser hinzugefügt
und unter häufigem Umrühren und guter Abkühlung etwa eine Stunde lang ein starker
Strom von salpetriger Säure eingeleitet. Das auf diese Weise erhaltene rohe salpeter
saure Diazobromnaphtalin wurde mit Schwefelsäure, die mit dem doppelten Volumen
Wasser verdünnt, versetzt, alsdann die zweifache Menge starken Alkohols und sehr
viel Aether hinzugefügt. Es scheidet sich sofort gelbes schwefelsaures Diazobrom
naphtalin in krystallinischer Form aus. Der Niederschlag wurde auf dem Filter mit
Aether gewaschen und über Schwefelsäure getrocknet.
Das schwefelsaure Diazobromnaphtalin (Cio He Br N2 H S O4) löst sich in Wasser
ausserordentlich leicht, in starkem Alkohol ist es ziemlich löslich, in Aether und in
Benzol dagegen unlöslich. Auf dem Platinbleche erhitzt, verpufft es. Aus der wässri
gen Lösung krystallisirt es beim Verdunsten über Schwefelsäure in kleinen gelben
Prismen.
Um aus dem schwefelsauren Diazobromnaphtalin Monobromnaphtol darzustellen,
wurde die über Schwefelsäure getrocknete Diazoverbindung mit wenig Wasser in
einem Kolben gekocht, mit der Vorsichtsmassregel, dass fortwährend Kohlensäure
eingeleitet wurde, um etwaige Verharzung zu vermeiden. Ich erhielt auf diese Weise
ein amorphes braunes Pulver, welches aus keinem der üblichen Lösungsmittel in kry-
stalhrter Form erhalten werden konnte. Ich gab daher die weitere Untersuchung
dieser Substanz auf, um so lieber, als es mir mittlerweile gelungen war, aus dem
schwefelsauren Diazobromnaphtalin ein Monobromnaphtalin zu gewinnen, welches sich
mit dem von C. Glaser 1 ) durch directe Bromirung des Naphtalins dargestellten iden
tisch erwies, und sich dadurch mir, wie ich unten näher erörtern werde, ein Weg
eröffnete, auf dem ich ganz allgemein die Stellung der Gruppen NH 2 und Br im
Naphtalinkerne hoffte feststellen zu können.
Zur Darstellung von Bromnaphtalin aus dem schwefelsauren Diazobromnaphtalin
wurde dieses, nachdem es über Schwefelsäure getrocknet worden, mit absolutem Al
kohol erhitzt. Unter reichlicher Stickstoffentwicklung und unter Entweichen von
Aldehyddämpfen ging die Zersetzung in normaler Weise von Statten. Das gebildete
Bromnaphtalin wurde mit überhitzten Wasserdämpfen destillirt, wobei es sich als gelb
gefärbtes Oel abschied, alsdann über Chlorcalium getrocknet und rectificirt. So be
handelt bildet dasselbe ein farbloses Oel, welches bei circa 277° siedet.
Heut übrigens, wo die 1,2-Stellung der Chinone schon mehrfach in Zweifel gezogen, ja sogar als unwahrscheinlich
hingestellt worden ist, würden es ohne Bedeutung sein, die benachbarte Stellung der Gruppen NH ä und Br im
Bromnaphtylamin durch Ueberführung dieser Verbindung in ein Naphtochinon nachweisen zu wollen.
J ) Annal. d. Chem. u. Pharm. Bd. 135, 40.

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