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desselben werden Naphtylamin und Eisessig zu gleichen Gewichtstheilen in einem
Kolben mit aufsteigendem Kühler 16 bis 20 Stunden lang im Sieden erhalten, der
überschüssige Eisessig alsdann abdestillirt und der Rückstand in kaltes W assei ge
gossen, worauf derselbe sofort zu einer krystallinischen, dunkel gefärbten Masse erstarrt.
Diese, zu einem Pulver gerieben, wird in kleineren Portionen mit Wasser längere
Zeit gekocht, wodurch sich fast Alles bis auf einen unbedeutenden schwarzen Rück
stand auflöst, und heiss filtrirt. Beim Erkalten der Lösung scheidet sich das Acet-
naphtalid als lockere Krystallmasse aus, die roth gefärbt ist. Um dasselbe zu reinigen,
wird es auf dem Filter mit kaltem Wasser, das man zweckmässig im Anfänge mit
ein wenig Salzsäure versetzt, so lange ausgewaschen, bis der Geruch nach Naphtylamin
vollständig verschwunden ist, und mehrmals aus kochendem W asser umkrystallisirt.
Die auf diese Weise gereinigte Verbindung stellt schöne, schwach röthlich gefärbte
Nadeln dar. Durch Sublimation erhält man sie in weissen, äusserst zarten, locker in
einander verwobenen Fäden, die den feinsten Seidenhaaren gleichen.
Die Analyse des durch Umkrystallisiren und Sublimation gereinigten Körpers
lieferte folgende Resultate:
I. 0,2045 Grm. Substanz gaben bei der Verbrennung mit Kupferoxyd und vor
gelegtem Kupfer 0,5804 CO2 = 0,i583 C und 0,ii44 H2O = 0,0127 H.
II. 0,2480 Grm. Substanz gaben O,7058 CO2 = 0,io25 C und 0,uo9 H2O = 0,oi5i6 H.
III. O,30U5 Grm. Substanz gaben IS,9 CC. N bei 10° und 758 MM. Diuck.
Berechnet: Gefunden:
C12
Hu
N
O
144
11
14
16
77,84
5,95
7,57
8,64
I.
77,41
6,21
II
77,63
6,31
III.
7,49
185 100,00.
Das Acetnaphtalid löst sich nicht in kaltem Wasser, sehr wenig in Benzol,
reichlicher in heissem Aether, sehr leicht dagegen in Alkohol, Eisessig und siedendem
Wasser. Sublimirt schmilzt es bei 159° und erstarrt beim Erkalten krystallimsch. Von
concentrirter Salzsäure wird es selbst beim Kochen nicht angegriffen, dagegen durch
längeres Kochen mit Kalilauge in seine Generatoren gespalten.
Binitroacetnaphtalid C10 Hs (N02)2 NH. C2 H3 O.
Rohes Acetnaphtalid wurde in kleinen Quantitäten in kalte rauchende Salpeter
säure eingetragen, wobei sich jenes mit grosser Leichtigkeit und unter starker Er
wärmung auflöste. Wenn sich die Flüssigkeit zu sehr erhitzte, wurde einige Zeit ge
wartet, ehe ich eine neue Portion eintrug. Dies setzte ich so lange fort, bis sich ein

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