Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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genommen. Patientin erlag einem Gehirnleiden, welches sich im Leben durch mehlfache Oontrac- 
turen und Aphasie kund gegeben hatte. Letztere war unmittelbai mich dei 1 unction der Llutan- 
sammlung. per Rectum aufgetreten. 
He gar-Kaltenbach. Die operative Gynaekologie. 1874. p. 301. 
Bei geh Die Krankheiten des weiblichen Geschlechtes. 1874. Bd. I. p. 342. 
Schröder. Ziemssens Handbuch der specieUen Pathologie und Therapie, Bd. X. p. 4L 
EIGNER FALL. 
Atresia vaginae super. Operation. Erweiterung des Kanales am 5. und 8. Tage, am 11. 
Tage Tod in Folge von Peritonitis. 
' Sophie S. aus B., 141/2 Jahr alt Patientin war in ihrer ersten Kindheit sehr scrophulös, 
vom G—7 Jahre an jedoch recht gesund, wie es alle ihre Geschwister sind. Im April 1873 stellten 
sich zuerst Schmerzen im Unterleibe ein, welche sich in vierwöchentlichen Pausen wiederholten und 
oft vier Tao-o hum andauerten. Dieselben traten mit verschiedener Heftigkeit auf und • strahlten 
gleichzeitig°stark(T Schmerzen von der Kreuzgegend aus Der behandelnde Arzt verordnet« bei den 
verschiedenen Anfällen sowohl Eis als auch Cataplasmen auf den Unterleib, ohne der Patientin 
grosse Linderung zu verschaffen, nur hypodermatische Morphiuin-Injectionen bewirkten, dass die 
Schmerzen für die Patientin erträglich wurden. So ging es fort bis Ende October, zu welcher 
Zeit ein Anfall, stärker als alle früheren auftrat. Die Patientin hatte kolikartige Schmerzen im 
ganzen Abdomen, und (wie sie es selbst beschreibt), ein Gefühl des Drängens und Drucks in der 
Regio hvpogastrica und dem unteren Drittheil der Regio mesogastrica. Während dieser Tage ver 
spürte die Kranke öfteres Drängen zum Uriniren, welches letztere ihr aber sehr beschwerlich wurde 
und die Schmerzen enorm steigerte. Auch war der Stuhlgang während dieser Zeit träge und mit 
Aceibation der Koliken verbunden. Dieser Anfall dauerte reichlich fünf Tage und die heftigen 
Schmerzen raubten der Patientin sowohl Schlaf wie Appetit. 
Der Hausarzt entschloss sich zu einer genauen Untersuchung und fand die Vagina in ihrem 
oberen Tlieil undurchgängig, konnte bei dem Einfuhren des Fingers in das Rectum aber keinen 
Tumor finden, der auf eine Ansammlung von Blut oberhalb der verwachsenen Vagina, hätte schliessen 
lassen. Der untere offene. Tlieil der Vagina war sehr eng und hatte, nach ungefährer Schätzung 
des Arztes, eine Länge von 4 Centimeter. 
Während der ersten Hälfte des Monats November war die Kranke von den Schmerzen 
befreit, hatte jedoch seit Ende October immer das Gefühl des Vollseins im ganzen Abdomen, 
hauptsächlich ln den Regiones epigastricae. 
Ende November traten dieselben Erscheinungen, kolikartige Anfälle, Kreuzschmerzen 
u. s. w., wie vor vier Wochen, wieder auf; aber heftiger als das letzte Mal. Auch gesellte sich 
periodisches Erbrechen dazu- Die Schmerzen waren zeitweise so stark, dass Patientin laut auf- 
schreien musste und ihr Jammern im ganzen Hause gehört wurde. Die Temperatur war aufch 
während dieser Tage erhöht. Eine in die Kreuzbeingegend gelegte Eisblase und Morphium-Jnjec- 
tionen linderten die° Schmerzen. Bei der jetzt wiederholten Untersuchung fühlte der Hausarzt vom 
Rectum aus einen fluctuirenden Tumor, von der Grösse einer Wallnuss ungefähr 5 Centimeter 
oberhalb des Anus.
	        

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