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linke Auge schon auf 16 Ctm. Entfernung in leichte Schwankungen — auf 12 Ctm. weicht dasselbe
weit nach aussen ab.
Als AVerth für die facultative Divergenz finde ich ein Prisma 12°.
Das rechte Auge liesst Jäger No. 1, das linke erst No. 4 mangelhaft.
Lässt man den Patienten gewöhnliche Druckschrift lesen, in einer Entfernung, die geringer
ist, als der Abstand des Fernpunktes vom linken Auge, aber gross genug, dass noch eine annulierend
richtige Einstellung beider Sehachsen erfolgt, und verdeckt man schnell das rechte Auge, so stockt
er, um erst nach einiger Zeit mühevoll die einzelnen Worte zu entziffern.
Meine Voraussetzung traf also wiederum zu, doch konnte ich auch hier mit diesem immer
hin ungenauen Resultate mich nicht zufrieden geben.
Zum Zweck einer exacteren Untersuchung gelang es mir nicht, mit den bei Dr. Bremer
gewählten Methoden zum Ziele zu kommen; einestheils weil ich dabei dem Fixirobjecte eine zu
geringe Entfernung geben musste, als dass ich die uöthige Convergenz hätte erhalten können, anderen-
theils weil in diesem Falle ein, wenn auch unvollkommenes stereoskopisches Sehen nicht zu erzielen
war. Ich schlug deshalb einen anderen Weg ein und suchte bei dem Augenspiegel Hülfe; und zwar
fasste ich dabei auf der aus optischen Gründen sich leicht ergebenden Thatsache, dass bei der
Untersuchung im umgekehrten Bilde letzteres bei der mit der Accommodation eintretenden Erhöhung
der Refraction seinen Ort verändern, der vor das Auge gehaltenen Linse sich nähern müsse.
Nun besitze ich bei einer Myopie von fast Vs.nur ein sehr kleines Accommodationsgebiet,
bin also sehr wohl im Stande, selbst geringe Ortsveränderungen des vor der Convexlinse entworfenen
Bildes wahrzunehmen. Uebrigens beträgt nach einer leichten Rechnung bei der Accomodation vom
Fernpunkte her - vorausgesetzt, derselbe liege in Unendlich - bis auf 5 Zoll der Ausschlag schon
einen ganzen Zoll bei der Verwendung einer Linse + 2%. - Auf dieses Raisonnement gestützt ging
ich an die Untersuchung des Herrn B.
Ich Hess denselben zunächst einen weit gelegenen Gegenstand betrachten, hielt eine Linse
+ 2Vi so vor das linke Auge, dass ihr Brennpunkt in die Pupillarebene fiel und stellte dann meinen
Kopf auf das Bild der Papilla so ein, dass dasselbe mit dem Fernpunkt meines Auges möglichst
genau zusammenfiel. Mein Hauptaugenmerk richtete ich dabei auf die von der Papilla nach der
macnla lutea ziehenden feinen Gefässe, die ich vollkommen scharf sah. Beim Eintritt der Accommo
dation musste also das Bild jenseits meines Fernpunktes zu liegen kommen und deshalb un
deutlich werden.
Liess ich nun plötzlich ein kleines Object, welches ein zweiter Beobachter — der sich
zugleich überzeugen musste, dass der Untersuchte genau den gegebenen Anordnungen folgte - etwas
nach links von der Medianebene und circa auf 5 Zoll Entfernung vor das Auge hielt, fixiren, - so
änderte das Bild auch nicht im Geringsten seinen Ort, es blieb, wenn ich meinen Kopf und die
Convexlinse in derselben Entfernung hielt, vollkommen scharf und deutlich, wie zuvor.
Dasselbe geschah, ohne dass ich zu accommodiren nöthig hatte, wenn ich zuerst das nahe
Object fixiren liess, dann mein Auge in der vorher angegebenen Weise auf das Bild einstellte, und
nun das Fixirobject rasch wegnehmen und den Patienten auf den entfernteren Gegenstand blicken liess.
Das rechte Auge, in derselben Weise untersucht, zeigte beim Fixationswechsel einen deutlich
wahrnehmbaren Ausschlag.
Herr Professor Völckers, unter dessen Controle ich diesen Versuch anstellte, kam zu dem
selben Resultate, wie ich. Derselbe gestattete mir freundlichst an seinem Auge einen Controlversuch

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