Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

Die ophthalmoskopische Untersuchung ergiebt dieselbe Refraction, im Uebrigen 
rechts normale Verhältnisse, 
links ein schmales abgegrenztes Staphylom am temporalen Papillenrande. 
Der Abstand der Pupillenmitten beträgt 65 Mm. Die Interni functioniren normal. 
Pall VI. 
Johann M 64 Jahr alt, Arbeiter auf der Kaiserl. Werft, sucht am 8. November dieses 
Jahres unsere Klinik auf. Er hat schon seit vielen Jahren selbst gröberen Druck nicht mehr ent 
ziffern können; jetzt wird ihm auch ein deutliches Erkennen der Gegenstände, mit welchen er es 
bei seiner Arbeit zu thun hat, zur Unmöglichkeit und hofft er, dass mit der Auswahl eurer passenden 
Brille diesem Uebelstande abgeholfen weiden könne. , , , • ,, ., 
Das Sehvermögen des linken Auges ist durch eine Entzündung, welche in seiner Kindheit 
„ , . , , n QTn! , lc , onf ein sehr bescheidenes Maass reducirt worden, 
auf demselben abgelaufen, schon damals aui ein 
Punctionell constatiren wir: 
rechts H. m. Vit S. = 2 %o „ 
»it dem linken Äuge „Shit Patient Finger hie auf 6' Entfernung. Die ganze Hornhaut ,8 hier 
diffus getrübt; nach der Mitte hin befinden sich einig, umschriebene und starker satur.rte Stellen. 
Der Augenspiegel zeigt auf diesem Auge keine weitere Abnormität 
rechts ein Staphylom, das, von mittlerer Grosse, gerade nach unten gerichtet ist 
2. Gruppe. 
Fall VII. 
Marie R 17 Jahr alt Fräulein aus Neumünster, ist vor 2 Jahren hier an Strabismus 
convergent linken Auges operirt und damals mit einer Brille + 18 und der Anweisung, die 
selbe für die Nähe und Ferne anhaltend zu tragen, entlassen worden. 
Jetzt stellt sich Patientin wieder vor, weil sie meint, dass ihr die Brille zu stark ge 
worden. 
H. 
links 
Vio S. 
1. 
Wir finden 
rechts 
H. m. Vso S. = 1, 
Mit dem Ophthalmoskop 
rechts ein schmales temporales Staphylom, 
links ein durchaus normales Bild des Augenhintergrundes. 
Ein ophthalmoskopischer Befund aus der Zeit, wo Patientin zuerst die Klinik in Anspruch 
nahm, ist in dem betreffenden Protocolle nicht notiit. 
’ Ebenso muss es zweifelhaft bleiben, ob man damals neben der manifesten Hypermetropie 
auch die latente oder einen Theil derselben mit dem Glase + 18 zu corrigiren versucht, oder ob 
wirklich in dieser Zeit durch Verlängerung der Sehachse eine Zunahme der Refraction aut dem 
rechten Auge stattgefunden hat. 
Ich möchte mich aus verschiedenen Gründen gegen die zweite Annahme erklären. Zunächst 
ist es wenig wahrscheinlich, dass nach der Zeit, wo durch die Verordnung der Brille die Accom 
modation eine so wesentliche Unterstützung fand, wieder Bedingungen aufgetreten sein sollten, 
welche mit der Forderung über die Norm erhöhter Accommodationsleistung den Grund zu jenen 
Veränderungen, welche der Augenspiegel auf dem rechten Auge constatirte, gelegt hätten.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.