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Welche sein Beruf erfordere und die ihm früher auch äusserst leicht gefallen, jetzt seit circa ein
Vierteljahr anfange, ihm ernstliche Schwierigkeiten zu bereiten. Wenn er längere Zeit hinter einander
geschrieben oder gelesen habe, so stelle sich ein unangenehmes Gefühl von Druck über dem rechten
Auge ein, dieses Auge fange an zu thränen und wenn er jetzt trotz dem die Arbeit fortzusetzen
versuche, so werde des Gesehene immer undeutlicher, bis schliesslich Zahlen und Buchstaben, Alles
durcheinander laufe. Diese unangenehmen Zufälle sollten sich besonders häufig nach längerer Arbeit
hei künstlicher Beleuchtung zeigen. Auf’s Höchste beunruhigt bittet Patient um Aufschluss über
die Ursache dieses Uebels und eventuelle Abhülfe.
Das linke Auge, welches von jeher amblyopisch gewesen, verursacht dem Patienten keine
Beschwerden.
Wir konnten schon nach diesen Symptomen nicht zweifelhaft sein, dass wir es hier mit
einem Hypermetropen zu thun hatten und dass sein Accommodationsmuskel es war, der in solche
Weise gegen die unerträgliche Last, die man ihm aufgebürdet, reagirte.
Die functionelle Untersuchung ergab denn auch
rechts links
H. m. Vi5 S = 1 H. m. y« circa S = 2 %oo
Der ungleichen Refraction entsprach ein unsymmetrischer Bau des Gesichtes. Die linke
Kopfhälfte steht zurück und ist merklich kleiner, als die rechte.
Die Pupillardistance beträgt 56 Mm.
Patient convergirt vortrefflich bis auf 6 Ctm. Entfernung und hält noch in dieser Distance
die Convergenz längere Zeit mit Leichtigkeit fest. Der Augenspiegel bestätigt links das Ergebniss
der functioneilen Untersuchung in Bezug auf die Refraction. In den brechenden Medien, ebenso
auf dem Augenhintergrunde findet sich nichts Abnormes.
Rechts besteht ein mehrzoniges mittelgrosses temporalwärts gelegenes Staphylom, dabe
massige Injection der Papille.
Die Zumuthungen, welche Patient an die Accommodation des rechten Auges gestellt, waren
also für dieses nicht gleichgültig geblieben.
Eine Brille + 15 beseitigt die Athenopie und giebt dem Patienten die volle Herrschaft
über das rechtejlAuge zurück.
Fall V.
Emil M., 22 Jahre alt, Rekrut, wird am 4. December 1873 von der Militärbehörde behufs
Feststellung seiner Refraction und Sehschärfe auf die Klinik geschickt.
Die Befangenheit des Patienten, verbunden mit einem nicht allzuhohen Maasse von Intelligenz
gestatten nur eine sehr dürftige Anamnese. Soviel geht aus seinen Angaben mit Sicherheit hervor,
dass das rechte Auge von frühster Kindheit an in hohem Grade schwachsichtig gewesen.
Rechts findet sich H. m. 1 /s l /i S =r 20 /ioo.

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