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unserer Augen zu gemeinsamer Action dem gewaltigen Gesetze der Zweckmässigkeit; verliert
dasselbe aus irgend einer Ursache an Geltung, oder treten sogar Bedingungen auf, welche nun dem
entgegengesetzten Verhalten den Character des Zweckmässigen gehen, so lösst dieser Wechsel gar
leicht die Harmonie, welche bis dahin im Zusammenwirken beider Augen bestanden. Geht die
Möglichkeit gemeinsamer Wahrnehmung aus irgend einer Ursache verloren, so macht sich auf dem
ausgeschlossenen Auge leicht eine Neigung in der Richtung der natürlichen Gleichgewichtslage
geltend — die Impulse auf Binnen- und Aussen muskeln werden schwächer und schwächer, innen
und aussen gewinnt der Zug der elastischen Kräfte die Oberhand, — dem entsprechend weicht das
Auge nach aussen ab und bewahrt zugleich dauernd seine optische Einstellung für die Ferne, welche
der natürlichen Ruhelage des Accommodationsapparates entspricht.
Soviel im Allgemeinen über die Auffassung, die wir den einzelnen Beobachtungen, welche
uns nun beschäftigen sollen, entgegentrugen. Die Versuche, welche wir in den verschiedenen Fällen
anstellten, um an ihnen den Ausfall der Accommodation auf dem für die Nähe nicht benutzten
Auge nachzuweisen, will ich, soweit sie ein bestimmtes Resultat ergaben, bei den in Frage kom
menden Beobachtungen mittheilen — die meisten scheiterten, wohl daran, dass unsere Methoden
an die Intelligenz der betreffenden Patienten und ihre Fertigkeit, praecise Angaben zu machen, zu
hohe Ansdrüche stellten.
Unter den gesammten Beobachtungen, zwölf an der Zahl, finden sich fünf mit annähernd
gleicher Refraction — und zwar sämmtlich Hypermetropen — bei den übrigen finden wir die
verschiedenen Refractionen in buntem Wechsel auf beiden Augen vereinigt. Es schien mir deshalb
unthunlich, das Verhalten der Refraction bei dem Versuche, diese Fälle in verschiedene Gruppen
einzureihen, zum Maassstab zu nehmen; — ein besseres Eintheilungsprincip, so schien mir, ergab
sich aus der Berücksichtigung des in den einzelnen Fällen verschiedenen Verhaltens der äusseren
Muskeln.
So erhielt ich vier Kategorien. Die erste enthält diejenigen Fälle, in denen normale oder
annähernd normale Einstellung der Sehlinien vorhanden war, die zweite die Fälle, in denen Stra
bismus convergens, die dritte in denen Insufficienz der Interni und die vierte diejenigen Fälle, in
welchen Strabismus divergens bestand.
1. Gruppe.
Fall I.
Johannes Fl. Knabe, 13 Jahre alt, aus Kiel, klagt über allmälige Abnahme des Sehver
mögens für die Ferne auf dem linken Auge. Mit diesem Auge hat er bis vor wenigen Jahren die
entferntesten Gegenstände deutlich wahrnehmen können, während das rechte, auf welchem er als
vier Jahre altes Kind eine Entzündung überstanden, ihm von jeher geringere Dienste geleistet hat.'
Bei der functioneilen Untersuchung findet sich
rechts links
H. m. Vso S = 1 2 %o M. Vso S = 1.
Das linke Auge liest Schriftproben Jäger Nr, 1 schlank,
das rechte Auge erst mühsam Nr. 5,

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