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Dieser Fall gab nach verschiedenen Richtungen hin Manches zu denken.
Wir finden eine Störung des lateralen Gleichgewichtes gross genug, um sich in Form des
Doppeltsehens unangenehm bemerkbar zu machen; trägt sie auch die Schuld an den auf dem
rechten Auge gefundenen Veränderungen? Warum vertheilt sie so ungerecht ihre Wirkung unter
die beiden Augen? Oder bestand beiderseits dies schädliche Agens in gleichem Maasso und leistete
ihm nur das °linke Auge, durch seinen hypermetropischen Bau mehr geschützt, erfolgreichen
Widerstand, während die Häute am hinteren Pole des rechten Auges der Gewalt des Convergenzzuges
nachgaben ?’ Und thaten sie dies, so hätten wir es mit einem schon krankhaft veränderten Refrac-
tionszustaude zu tliun, so bestand früher auch rechts Hypermetropie und das linke Auge hätte nichts
vor dem rechten vorausgehabt.
Gewährt der hypermetropische Bau überhaupt einen so sichern Schutz gegen die Entwicklung
des Staphyloms oder wird dies nicht mit gutem Grunde bestritten?
Und wie kommt es, dass gerade das sehtüchtige Auge die beschriebene Veränderung zeigt,
dasjenige Auge welches allein den hohen Ansprüchen, welche der Beruf unseres Patienten an das
zu welcher Patient durch seine Insufficienz
Sehvermögen stellt, genügen konnte ?
Die Annahme, dass die forcirte Convergenz,
gezwungen war zu der Entstehung des Staphyloms Veranlassuug gegeben, liess sich, wie wir
gesehen nicht rechtfertigen. Aber wie sollte man die Accommodation dafür verantwortlich machen?
Die Ansprüche, welche die Beschäftigung des Patienten an dieselbe stellte, überschritten
vielleicht das gewöhnliche Maass - aber die Leistung war doch auf beiden Augen dieselbe -
zweckloser — aber konnte deshalb dieses Auge sich dem
entziehen? — Wir werden dieser Frage im Laufe unserer
diesem Grunde hier auf dieselbe nicht weiter
ein
links allerdings dieser Aufwand
Zwange der gemeinsamen Innervation
Erörterungen noch öfter begegnen — ich will aus _
eingehen. Bestand ja doch das Verdienst dieses Befundes mehr dann, zu solchen Erwägungen Anlass
gegeben zu haben. Weitere Aufklärung konnte erst eine grössere Reihe gleicher Beobachtungen
bringen. —
Die Ueberzeugung gewannen wir übrigens schon aus dieser einen Beobachtung, dass
Befunde wie der oben mitgetheilte — bei einseitiger Amblyopie ein Staphyloma posticum allein
auf dem’ sehtüchtigen Auge - wohl von unserm Standpunkt aus eine leichte und gefällige Deutung
finden konnten, dass sich aber, weil es sich hier doch immer nur um Schlüsse a posteriori handelte,
ein völlig überzeugender Beweis für die Richtigkeit der oben aufgestellten Ansicht aus ihnen nicht
schöpfen liess. Dazu gehörten ganz andere Bedingungen, Bedingungen, die nur das Experiment
liefern, oder wie sie allein unter ganz besonders günstigen Umständen, die klinische Beobachtung
vorfinden konnte.
Ein glücklicher Zulall half uns auch über diese Schwierigkeit.
Am 23. Aimust vorigen Jahres suchte ein junger Manu, — Friedrich L. 23. Jahr alt,
Eisenbahnbeamter aus Schweden — die hiesige Klinik auf, um sich einer Schieioperation zu
unterziehen.
Von der Geburt an hatte bei ihm ein excessiver Strabismus divergens und Ptosis linkerseits
bestanden Die Verdeckung des linken Auges durch das gelähmte obere Lid hatte ihn von Anfang
an vor der Belästigung durch Doppelbilder geschützt; aus demselben Grunde hatte er sich von
dem Sehvermögen des linken Auges nie Rechenschaft gegeben.

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