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sie hätten nach Oertel vielleicht noch diphtheritisch entarten können, aber vorläufig schienen sie
nicht specifischer Natur. Impfversuche mit denselben schlugen gänzlich fehl; die Tracheotomie
wunden der geimpften Thiere heilten p. prim. int. und in dem Befinden derselben trat nicht die
leiseste Störung ein, Selbstverständlich bleibt bis jetzt diese Membranbildung charakteristisch , und
wenn ich keine Erfolge gehabt mit der zweiten Impfung, so ist die Zahl der Versuche viel zu gering,
um darauf irgend grösseres Gewicht zu legen. Wie schon angedeutet, wäre es leicht denkbar, dass
ich einen secundären Krup, nach Oertel, erzeugt hätte
Bluteinspritzungen* Einen Versuch, der von nicht geringer Wichtigkeit sein musste
bei der Entscheidung, ob nur der Pilz Träger des Contagium oder ob dasselbe auch ohne Pilz
irgendwo vorhanden, habe ich leider zu selten machen können, ich meine die Uebertragung von Blut
eines Diphtheriekranken aut ein Thier. In letzter Zeit war Herr Prof. Bartels so gütig, mir die
Erlaubniss zu geben, einem derartigen Kranken eine kleine Portion Blut zu entziehen, sobald Ge
legenheit vorhanden, aber leider fehlte diese bis jetzt. Natürlich musste man Blut von einem an der
sg. septischen Form erkrankten nehmem, und desshalb ist es unschwer verständlich, wesshalb man
sich nur ungerne zu einer geeigneten Blutentziehung versteht, Einmal bin ich nur [in der Lage
gewesen reichlich 20 Grm. defibrinirten Blutes von einem schwer an Rachendiphtherie erkrankten
Knaben zu nehmen und mittelst einer kleinen Injectionsspritze 2 Kaninchen die Quantität unter
die Haut zu spritzen. Ich hatte vor der Blutentziehung auf mikroskopischem Wege von der Ab
wesenheit der Pilze im Blute mich überzeugt. Beide Kaninchen blieben ohne die leisesten Symptome
einer Erkrankung.
Anders verhielt es sich mit der Injection von Leichenblut unter die Haut. Von einem an
heftiger Rachen- und Nasendiphtherie gestorbenen 15jährigen Knaben nahm ich aus dem Herzen
so viel Blut, als ich bekommen konnte. Bei der Untersuchung des Blutes vor dem Tode waren keine
Pilze gefunden. Die Section konnte erst etwa 20 Stunden nach dem Tode gemacht werden und in
dem Blute, welches ich jetzt zur Impfung benutzte fanden sich allerdings grosse Mengen von rund
lichen und länglich geformten Pilzen in lebhafter Bewegung begriffen. Jedes Kaninchen von drei
dazu verwandten, bekam an drei Stellen zusammen ungefähr 15 Grm. unter die Haut gespritzt.
Gleich nacher befanden sich die Thiere äusserst wohl und zeigten auch während des Tages keine
Symptome einer Erkrankung. Am nächsten Morgen indess sassen alle drei traurig in einer Ecke des
Stalles, waren leicht zu fassen und in ihren Bewegungen sehr lahm. Die Injectionsstellen schienen
etwas geschwollen und die Berührung derselben war den Thieren augenscheinlich schmerzhaft. Die
Athmung frequenter als in der Norm; hin und wieder schienen sie Hunger zu spüren, begannen
auch zu fressen, standen indess stets bald wieder davon ab. Am nächsten Morgen waren alle drei
dem Tode nahe, sassen ruhig, langsam und selten respirirend in der Ecke und noch vor Mittag
starben sie sämmtlnch, reichlich 48 Stunden nach der Injection. Bei der Section fand sich das
Unterhautzellgewebe nicht nur, sondern auch die Muskeln in grossem Umkreise um die Injections-
stelle stark blaugrau verfärbt, am stärksten die Parthie in unmittelbarer Nähe der Injectionsstelle,
welche selbst noch eine schmutzig schwärzlich braune Färbung zeigte; hier fanden sich auch Pilze,
rundlich wie länglich in nicht geringer Zahl; die Muskeln hatten das Aussehen wie früher bei
Impfungen mit Membranen geschildert; Ecchymosen in nicht geringer Zahl und Verbreitung fielen
besonders bei einem Kaninchen auf, welches auch auf sämmtlichen serösen Häuten dieselbe Er
scheinung zeigte. Die Nieren unmerklich vergrössert, Gefässe normal, Blutungen in einzelnen glomerulis
Epithelien der Harnkanälchen bedeutend geschwollen und in verschiedenen Stadien der körnigen
Degeneration befindlich. Mikrokokken im Blute und den Geweben nur in verschwindend kleiner
Zahl vorhanden, mit Sicherheit nicht nachzuweisen.

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