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diese Anschauung ist doch nicht recht verständlich. Kaninchen gehen nach kaum 2 Tagen von der
Impfung an gerechnet zu Grunde mit ausgesprochener Diphtherie und an Leichen von Menschen,
die zuerst an Diphtherie erkrankten und zwar an einer so heftigen, dass dadurch ein secundärer
Krup entstand, der dann erst den Tod herbeiführte, ohne dass man in der Leiche Symptome von
Allgemeinerkrankung fand; mir scheint darin liegen geringe Widersprüche. Die Ansicht Oertels
über den secundären Krup ist meines Wisses auch anders als bei andern Autoren. Buhl ist der
Meinung, dass er durch die Schwere der Allgemeinerkrankung hervorgerufen wird, Andere sehen
den Krup an als eine Steigerung des die Diphtherie begleitenden Katarrhs der Luftwege, Manche
halten Krup und Diphtheritis für denselben Process, aber dass ein Autor meint, von der diphtheritisch
afficirten Stelle gehe ein agens aus, welches in nächster Nähe einmal Krup erzeuge, während
meistens nur ein Weiterschreiten des diphtheritischen Belages stattfindet, das finde ich nirgends
angegeben.
Den geringsten positiven Erfolg habe ich bei meinen Impfungen durch die Tracheotomie
gehabt. Nur bei 3 Thieren von 15 durch Tracheotomie geimpften habe ich eine Membran in der
Trachea erzeugen können; allerdings ist T rend eien bur g nicht glüchlicher gewesen. Gestorben sind
mir von den 15 geimpften Kaninchen S und zwar alle unter fast ganz gleichen Erscheinungen. Es
entwickelte sich schon am zweiten Tage eine rasch zunehmenden Entzündung mit hochgradiger
seröser Exsudation in der Gegend um die Wunde. Die am ersten Tage meist noch wenig afficirten
Thiero bekamen Dyspnoe, die drei bei denen sich Membranbildung fand etwas heftiger und in
48 — 80 Stunden trat der Tod ein.
Die Membran, welche sich gebildet hatte, war in keinem Falle so hochgradig, dass dadurch
zunächst der Tod eintrat. Ausserdem haftete dieselbe nur ganz lose an der Schleimhaut. Katar
rhalische Affection der Schleimhaut zeigte sich in weit grösserer Ausdehnung während die eigentliche
Membran nur in einer Länge von 1 bis 2 Ctm. um die Wunde sich erstreckte. Alle drei Thiero waren
mit dem schmierigen oberii Theil von Membranen aus dein Rachen geimpft, bei einem derselben
vom Lebenden genommen, bei zweien von einer Leiche wenige Stunden nach dem Tode.
Die Trachealwunde — der Hautschnitt war natürlich genäht - fand sich in diesen Fällen
verklebt; in der Umgebung derselben war von der Wundfläche ausgehend eine eitrig-jauchige Ent
zündung entstanden. Die ganze untere Halsgegend war stark geschwollen, und in mehreren Fällen fand
sich schon massenhafter Eiter beim Einschnitte, während in andern Fällen mehr seröse Infiltration
die Schwellung bewirkt hatte. Vielfache kleine Blutungen fanden sich meistens in nächster Um
gebung der Wunde, mehr noch auf der Schleimhaut der trachea.
Bei der makroskopischen Besichtigung habe ich an den innern Organen eigentlicli weiter
nichts als in einigen Fällen kleine Blutaustritte gesehen, die Nieren zeigten ebenfalls kaum eine
Veränderung ausser einer leichten Hyperämie.
Das^ Blut zeigte in allen Fällen keine Spur von Pilzen weder während des Lebens noch
wahrend des Todes ; ein einziger Fall könnte vielleicht ausgenommen werden, wenn ich nicht Grund
hatte anzunehmen, dass beim Auffangen dos Blutes aus dem Herzen Verunreinigungen passirten;
während des Lebens hatten bei diesem Thiero die mehrfachen Untersuchungen auf Pilze im Blute
ein unzweifelhaft negatives Resultat ergeben.
In der Muskulatur des Halses, ganz nahe der Trachealwunde, an einer Stelle wo ein
Muskel direct angeschnitten und diphtheritisches Secret in die Continuitätstrennung hineingelangt schien,
fand sich die Pilzvegetation und Zerstörung des Gewebes ziemlich ähnlich, wie es die Oertelschen
Abbildungen zeigen. Ebenso wie die unversehrte Schleimhaut der Infection sehr constant wieder
steht, jedenfalls bei Thier eil, scheint mir auch nach meinen Untersuchungen ein Gewebe des Körpers

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