naheliegenden Theile, hatte ein bläuliches Ansehen und bei der mikroskopischen Untersuchung fand
sich vielfach körnige Trübung bei aufgehobener Querstreifung. Die innern Organe zeigten weder
makroskopisch noch mikroskopisch auffallende Yeränderungen. Die Nieren speciel verhielten sich
vollkommen normal. Von Blutungen auf den serösen Häuten war keine Spur zu finden. Die
Wandung der Abscesshöhle bestand grösstentheils aus Eiterkörperchen; Pilze fand ich nur wenige
darin. Im Blute keine Spur von Pilzen.
So rasch nun wie diese Thiere starben, habe ich sonst keine der Impfung erliegen sehen, und
es ist besonders der geringe positive Sectionsbefund zu bewundern. Die eigentliche Todesursache
lässt sich nicht ersehen, nur wage ich zu behaupten, dass sie in einer Pilzinvation nicht lag.
Drei Thiere mit festen Membranen geimpft gerade so wie die vorigen gingen ebenfalls
zu Grunde und zwar das erste nach etwa 48 Stunden, das andere nach 60 und das dritte naeh
reichlich 70 Stünden. Alle wurden kurz nach dem Tode secirt und während bei dem ersten und
letzten nur die früher geschilderten Erscheinungen sich zeigten, verhielt das zweite Thier sich etwas
anders. Bei ihm fand ich die Wände der Abscesshöhle aneinanderliegend; in der Umgebung nach
allen Seiten seröse Infiltration des Zellgewebes, so dass bei einem Schnitte erhebliche Mengen blutig
seröser Flüssigkeit abflossen; in den nächstliegenden Geweben vielfache kleine Blutungen; die
Muskeln stark verfärbt und vollständig degenerirt. Die Brusthöhle und deren Organe normal,
nur vielfache kleine Blutungen auf den serösen Ueberzügen. Auch die Peritonealauskleidung war
nicht frei von Blutungen und der seröse Ueberzug des ganzen Darmtractus reichlich damit versehen.
Ebenfalls der Ueberzug aller Organe der Bauchhöhle. Die Nieren waren mikroskopisch
vielleicht etwas hyperämisch aber eine bedeutende Veränderung an ihnen nicht wahrzunehmen.
Mikroskopisch fanden sich in der Abscesswand besonders aber da, wo beide Wände anein
ander lagen zahlreiche Mikrokokken in allen Formen. Gegen die Muskeln hin nahmen die Pilze
rasch ab° und in den unterliegenden Geweben habe ich keine als Pilze anzusprechende Körperchen
gefunden; die schon früher beschriebenen Veränderungen in der Muskulatur fanden sich auch hier,
aber keine mit Pilzanhäufung zu verwechselnde Stellen. Die verschiedenen Organe befanden sich
im Anfann-sstadium der parenchymatösen Veränderungen; die Niere zeigte an den Blutgefässen
keine Abnormität, während die Epithelien der Harnkanälchen mannigfach getrübt erschienen.
Pilze konnte ich nicht erkennen. Das Blut war während des Lebens sowohl wie auch in der Leiche
vollständig normal.
Wenn ich nun diese Versuche zusammenfasse, so will ich hier über die Wirksamkeit des
Impfmaterials noch nichts sagen, sondern erst nach den andern Imptversuchen. Vor allen Dingen
aber muss ich einen Umstand besprechen, nämlich den raschen Tod der Thiere. Mir will es scheinen
als wenn die Dauer der Erkrankung zu gering sei, als dass man erwarten dürfte, dass die Verände
rungen analog sein könnten denen, die wir bei Menschen beobachten, die am 7 bis 12 Tage, oder
noch später gestorben sind; somit würden auch diese Impfungen nicht zum gewünschten Ziele führen.
Die & vou Oertel auf dieselbe Weise geimpften Thiere gingen nach 46 bis 48 Stunden zu
Grunde; er fand verschieden hochgradige Veränderungen. Im Blute bald grössere Mengen von
Pilzen bald geringe; in den Muskeln bedeutende Zerstörungen, was wohl davon herrühren mag,
dass er auch dirlct in dieselben tineinimpfte. Bei eiucm tracheotomirten Kaninchen in dessen
Muskeln zufällig Impfstoff hineingekommen, habe ich auch einmal ähnliche Zerstörungen beobachtet.
Wenn nun aber Oertel in der Leiche von solchen Kindern, die an secundärem
Larynxkrup gestorben waren, welcher durch die ursprüngliche Rachendiphtherie bedingt gewesen,
keine Veränderungen findet, so erklärt er dies allerdings damit, dass er sagt, der Tod durch
Larynxkrup trat ein bevor es zu allgemeiner Blutvergiftung durch die Diphtherie kam. Indess

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