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Ham hatte aufheben lassen. Wenn ich die hieraus erzielten Resultate hätte veröffentlichen wollen,
so würde ich allerdings an Retrench einen Gewährsmann gehabt haben, allein ich weiss nicht, wie
hoch von denen, die sich mit der Diphteritis beschäftigt haben, die Autorschaft des genannten Herrn
angeschlagen wird, obgleich er die Literatur über diese Krankheit jedes Jahr nicht wenig zu be
reichern pflegt. Mir scheint man braucht nur seine letzte behilft (Auch. Arch. 61. Land 4. Heft)
anzusehen, um zu der Anzicht zu kommen, dass wenn ein Autor solche Abbildungen von Pilzen
giebt, oder nach solchen Bildern Pilze diagnosticirt, er Alles für Pilze ausgeben kann. Nach ihm
findet sich der Diphtheriepilz, dessen Weg er von den Membranen aus in die Schleimhaut, Blut
gefässe, Niere mit wunderbarer Geschicklichkeit verfolgt, noch im Ham von Kindern die au
Nephritis in Folge von Diphtheritis starben. Wunderbar ist es allerdings, dass auch Oertel in einem
Falle von diphtheritis eher Lähmung mit letalem Ausgange fast 2 Monate nach abgelaufener
primärer Erkrankung — Buhl fand enorme Kern Wucherung — enorme Mengen von Mikrokokken
in allen Organen fand; und doch müsste ich mich sehr irren, wenn nicht Oertel an einer anderen
Stelle die Ansicht auspricht, dass mit beginnender Genesung, natürlich von der Primärerkrankung,
der an Diphtheritis Erkrankten auch die Elimination der Pilze beginne.
Was das Verhalten des Albumen betrifft, so ist sowohl die Zeit des ersten Auftretens, als
auch die Menge desselben manchen Schwankungen unterworfen. Während man in vielen Fällen von
heftiger Erkrankung schon Albumen bei der ersten Untersuchung findet, auch wenn man sofort ge
rufen wurde, können ein anderes Mal, wo das Allgemeinbefinden wenig gestört ist, Tage hingehen,
bevor sich eine Spur zeigt. In den mit Larynxstenose complicirten Erkrankungen habe ich, zur Zeit,
wo die Tracheotemie nüthig wurde und oft schon früher bei weitem in der Mehrzahl der Fälle
Albumen in wechselnder Menge gefunden,
Hyaline Cylinder findet man bei einiger Sorgfalt sehr bald nach dem ersten Auftreten von
Eiweiss; nicht selten sieht man innerhalb derselben oder ihnen anhaftend kleine Körperchen von
runder Form und verschiedener Grösse, die ich eher für Molekularkörperchen als Pilze halten möchte,
wie ich auch wenig geneigt bin die gewöhnlichen Veränderungen in der Niere auf Anhäufung von
Pilzen zurückzuführen.
Genanntes Organ wird so regelmässig bei nur einige Tage dauernder diphtheritis eher
Affection des Organismus ergriffen, dass wir die erkennbaren Veränderungen einer genaueren Be
trachtung unterziehen müssen. Da in Folge des zu Anfang wenigstens meist niedrigen Fiebers
an eine febrile Albuminurie nicht zu denken ist, so deutet schon das fast constante Vorkommen
von Albumen die Affection der Niere an.
Niere. Bei den Sectionen, die ich gesehen, fand sich die Niere gewöhnlich mehr oder
weniger vergrössert, hyperämisch, die Kapsel glatt lösbar; unter derselben hatte die Niere ein ge
sprenkeltes Aussehen;'während der grössere Theil der Oberfläche eine rothe Farbe zeigte, fanden
sich bald grössere, bald kleinere gelbliche Inselchen eingestreut; in schweren Fällen fanden sich
auch kleine Blutaustritte unter der Kapsel.
Ich habe recht viele derartige Nieren mikroskopisch untersucht und zwar meist in frischem
Zustande eine ganze Reihe von Präparaten durchgesehen; bemerken will ich kurz schon jetzt, dass
die Befunde eigentlich nur eine graduelle Verschiedenheit zeigten. Blutungeu ins Gewebe und
besonders zwischen glomerulus und Kapsel waren ziemlich gewöhnliche Erscheinung, ohne dass eine
sichtbare Ursache verbanden. Durch das ganze Parenchym der Niere machte sich nicht selten eine
unverkennbare Kernwucherung bemerkbar. Die bei weitem grössten Veränderungen zeigten sich
indess an den Harnkanälchen. Zum Theil waren die Epithelien derselben vollständig normal, während
an andern Stellen dieselben so aufgequollen waren, dass sie das lumen des Kanals vollständig

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