Bassi hat zuerst nachgewiesen, dass bei der Mus cardine der Seidenwüriner sich die
sg. Botrytis bassiana zu Millionen auf genannten Thieren als Schmarotzer niederlässt, wodurch
dieselben gleichsam ausgesogen zu Grunde gehen.
Aehnliche Entdeckungen machten bei Stichlingen und Tritonen Hannover u. G Manicus,
wobei letzterer, ähnlich wie der Zeit He ule, auf die Abhängigkeit der später als zymotisch
bezeichneten Krankheiten von der in Luft und Wasser verbreiteten mikroskopischen Orga
nismen hinwies. .
De Barry hat verschiedene Pilzformen bei Baupenepidemien aufgefunden. Er sah, wie
die auf den Leib der Thiere gelangten Sporen sehr rasch keimten, wie die Keim schlauche ins Innere
des Thieres hineinwucherten, und wie hier die Weiterentwickelung bis zur Bildung eines neuen
befruchtenden Keimes vor sich ging. .
Eine der häufigsten Thierkrankheiten dieser Art sehen wir namentlich im Herbste last
täglich in einigen Exemplaren an unsern Stubenfliegen. Die Empusa muscae entsteht in Gestalt
zahlreicher kleiner heller Zellchen im Blute der Fliege, welche sich schnell vergrössernd entweder
ihre rundliche oder ovale Gestalt behalten, oder auch zu langen Schläuchen auswachsen; 8-10
Stunden nach dem Tode des Thieres durchbrechen die Pilze den stark aufgeschwollenen Hinterleib
der Fliege und schnüren eine Spore ab, die bis 3 Ctm. weit fortgeschleudert das todte Thier mit
einem weissen Hofe umgiebt. Schon Goethe machte auf diese eigenthümhche Erscheinung
CS Von besonderem Interesse ist die Entdeckung der Bacterien im Blute der an Milzbrand
erkrankten Thiere da bekanntlich diese Krankheit auch auf Menschen übertragen werden kann.
Davaine der die Bacterien als kleine Körperchen im Blute Milzbrandkranker sab, hielt
sie für bedeutungslos.
Pollender land sie ebenfalls, ohne ihre Bedeutung zu erkennen.
Braueil*) fand die Körperchen kurz vor dem Tode der milzbrandkranken Thiere, hielt
sie aber weder für die Träger des Contagiums, noch schreibt er ihnen eine ätiologische, sondern
nur eine prognostische Bedeutung zu. . .
Del,fond erkennte die Pilze als das Contaginm, ond Damme wies spater den
Zusammenhang der Milzbr.ndbacterien mit dem Milzbrände selbst dnrch Impfungen nach V . rohen
bat mehrfach das constaute Vorkommen „ngebenre, Mengm von Baotone» beim M.lzbr.nde nach
gewiesen und zwar noch in letzter Zeit, wo eine Milzbrandepidemie unter Hirschen eines Wald-
districtes ausgebrochen war. , .... ,
Kl ob suchte die Abhängigkeit der Botzkrankheit, von der bekanntlich besonders Pferde
befallen werden, die sich aber auch auf Menschen übertragen lässt, durch die Anwesenheit von
Pilzen zu erklären, und die Wahrscheinlichkeit spricht jedenfalls dafür.
Von den durch Pilze hervorgerufenen Krankheiten des Menschen sind zuerst die Haut
krankheiten zu nennen: Pityriasis versiculor, Favus, Eczema marginatum, Sycosis
parasitica, auch der Soor der Mundschleimhaut gehören hierher, und seien nur kurz erwähnt.
Schon 1850 stellte Panum die Behauptung auf, dass die Entwickelung eines besonderen
Pilzes in' einem specifischen Verhältnisse zur C h o 1 e r a a s i at i c a stände, während Cohn, Thome,
Virchow es geradezu als ausgemacht ansehen, dass die Ursache der genannten Krankheit in
mikroskopischen Organismen zu suchen, sei.
* N i Virch. Arch. 1857. XL pag. 132.

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