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st mit Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass es von den Nerven- oder Gefässscheiden,
vielleicht auch von dem Periost der Scapula ausgegangen ist.
Bei der Ausführung der Operation verdient in Zukunft das von Esmarch
eingeschlagene Verfahren alle Berücksichtigung; man bedenke nur wie viel Blut
durch dasselbe dem Kranken erspart wird und einen wie günstigen Einfluss dies
auf den ganzen Heilungsvorgang haben muss, besonders in solchen Fällen, wo es
sich um sehr heruntergekommene anämische Individuen handelt.
Bei den bis jetzt beobachteten Fällen wurde die Mehrzahl der Kranken
wegen bösartiger Geschwülste, sei es Sarkom oder Carcinom operirt; die anderen
kamen meist wegen gutartiger Geschwülste, Caries oder anderweitiger Verletzung
der Scapula zur Operation. Die letzteren bieten im Ganzen recht günstige Resul
tate. Den schönsten Erfolg hatte aber wohl Schuppert; derselbe resecirte bei einer
38 j. Frau die ganze Scapula mit Ausnahme eines kleinen Theiles des Acromion
wegen eines Osteoidchondroms. Nach 9 Wochen war die Operationswunde geheilt
und als Schuppert die Patientin wiedersah, war nicht nur kein Recidive aufgetreten,
ja sie konnte fast alle Bewegungen mit dem Arme gut ausführen und sogar ein
Gewicht von 30 Pfund aufheben und eine Strecke weit fortschleudern.
Dagegen wurden bei Sarkomen oder Carcinomen keine dauernd günstigen
Resultate erzielt; die Mehrzahl der Operirten ging früher oder später zu Grunde,
vielleicht weil die Kranken meist zu spät zur Operation kamen.
Um so mehr wäre es zu wünschen, dass derartige Geschwülste frühzeitig"
erkannt und möglichst früh operirt werden könnten. Zur genauen Diagnose steht
uns ein treffliches Hülfsmittel zu Gebote die von Middeldorpf eingeführte Akidopei-
rastik in Verbindung mit dem Mikroskop, dessen Anwendung in allen irgendwie
verdächtigen Fällen sehr zu empfehlen ist.
Zum Schluss sei es mir gestattet, meinen hochverehrten Herrn Lehrern,
meinen aufrichtigen Dank für ihre Bemühungen hiermit auszusprechen.

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