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einer Ausdehnung von 3,5 Centimeter mit der Liston’schen Knochenscheere rese-
cirt und so die Scapula entfernt. Während der ganzen Operation wurde sehr viel
Blut verloren und es mussten sehr zahlreiche Gefässe unterbunden werden. Die
Hautschnitte wurden durch Nähte vereinigt, nur am unteren Schittwinkel wird eine
Oeffnung gelassen, um dem Wundsecret freien Abfluss zu verschaffen; in diese Oeft-
nung werden einige Charpiebäusche gestopft. Der Operirte wird ausserordentlich
erschöpft vom Operationstisch zu Bette gebracht. Wein und Morphium werden
gereicht.
xo. V. Patient hat eine sehr unruhige Nacht gehabt, klagt über Schmerzen
in der Gegend des Oberarmkopfes. Grosser Durst. Puls 132, sehr schwach. Mor-
phiumpulver.
11. V, Der Kranke hat ziemlich gut geschlafen; die Schmerzen sind ge
ringer geworden, reichliches Wundsekret fliesst ab. Puls 132.
12. V. Die meisten Nähte werden entfernt, es scheint fast überall prima
intentio ein treten zu wollen, die Charpiebäusche werden herausgenommen. Del'
Puls ist etwas kräftiger, 122.
14. V. Entfernung der letzten Nähte; die Wundränder haben sich eng an
einandergelegt. An der Stelle, wo die Clavicula resecirt wurde, scheint Perforation
der Haut eintreten zu wollen. Gute Eiterung. Die Kräfte des Kranken nehmen
zu. Puls 120. Abends ein Morphiumbulver.
16. V. Die Perforation ist eingetreten. Eiterung und Allgemeinbefinden
befriedigend.
17. V. Die Wundränder haben sich wieder gelöst; ein Wasserstrahl dringt
von oben unter den Lappen geleitet, unten wieder heraus. Der Arm wird durch
eine Mitelia möglichst in die Höhe gehoben. Starke Eiterung. Puls kräftig, 112.
20. V. Die Fläche des Lappens verklebt immer mehr.
23. V. Die Wunde granulirt überall gut; die Kräfte des Kranken haben
bedeutend zugenommen.
26. V. In der Gegend des caput humeri zeigen sich kleine verdächtige
Wucherungen.
29. V. Die Wucherungen nehmen zu; es wird Jodkaliumpulver darauf
gestreut.
20. VI. Unter der täglichen Bestreuung mit Jodkalium ist es gelungen,' dem
Weiterschreiten der Wucherungen Einhalt zu thun. Im Uebrigen granulirt die Wunde
gut; die Eiterung ist geringer geworden. Der linke Arm ist seit den letzten acht
Tagen ödematös geschwollen; es wird eine Binde angelegt.
25. VI. An der hinteren Wand der Achselhöhle ist Eiter verhalten; es wird
eine Incision gemacht.

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