Rippen abgehoben ist. Die Haut' über der Geschwulst ist anscheinend normal,
kann überall in Falten erhoben werden, nur ist sie von ausgedehnten bläulich durch
schimmernden Venen durchzogen. Die Consistenz ist im Ganzen derb, nur nach
unten und aussen erhält man beim Betasten das Gefühl von Fluctuation. Schmerzen
empfindet Patient weder spontan in dem Neoplasma, noch können sie durch
Druck hervorgerufen werden. Die vorhandenen Schmerzen beschränken sich auf
den Arm, wo sie bisweilen bis in die Fingerspitzen ausstrahlen; gegen früher haben
sie bedeutend an Intensität verloren. Während der Reise hierher will Patient auch
schmerzhafte Empfindungen zwischen den Schulterblättern gehabt haben, welche
aber jetzt wieder verschwunden sind. Die Bewegungen des Armes sind frei und
die Empfindung nicht vermindert, nur tritt nach verhältnissmässig geringer Anstren
gung schon Ermüdung ein. Das Allgemeinbefinden ist nicht gestört, Fieber nicht
v orhanden.
Der angegebene Befund deutete auf eine Neubildung iecht schlimmer Art
kin; die Diagnose wurde aufSarkoma medulläre gestellt und diese durch die später
vorgenommene mikroskopische Untersuchung bestätigt. Die Prognose musste hier
nach sehr ungünstig ausfallen, da, wenn auch die totale Exstirpation ohne allzugrosse
Schwierigkeit ausgeführt werden konnte, doch sehr ungünstige Momente in der Nei
gung des Markschwammes liegen, an mehreren Stellen zugleich aufzutreten, oder
doch kurze Zeit nach der Entfernung zu recidiviren. Die einzige Möglichkeit der
Rettung bestand trotz dieser ungünstigen Aussichten in totaler Entfernung der Neu
bildung unter Mitnahme der Scapula.
Operation.
Am 9. Mai wird von Herrn Professor Esmarch die Operation in folgender
Weise ausgeführt. Nachdem der Patient tief chloroformirt ist, wird zuerst ein Schnittt
c[uer über das Acromion und das Schultergelenk gemacht, wodurch letzteres er
öffnet Avird; sodann wird die Gelenkkapsel dicht am Oberarmknopf abgetrennt,
Vorauf der Humerus aus der Gelenkhöhle luxirt wird. Der erste Schnitt wird
darauf längs der spina scapulae bis zum inneren Rande derselben verlängert; \ r on
hier wird ein Schnitt längs des inneren Randes der Scapula bis zum unteren Winkel
geführt. Der so angedeutete dreieckige Lappen wird nun von der Geschwulst ab-
P r äparirt, wobei sehr zahlreiche Gefässe bluten und unterbunden werden müssen,
hierauf wird das Schulterblatt von unten her vom serratus anticus major abgelöst;
hierbei zeigte sich, dass die Neubildung* die Scapula fast überall durchbrochen hatte,
So namentlich am collum scapulae, welches bei der zuerst vorgenommenen Exarti-
c Hation des Oberarmes abbrach. Der musc. serrat. ant. maj. erschien vollkommen
gesund. Nachdem die Scapula von unten soweit wie möglich losgetrennt war,
Werden die sie oben noch befestigenden Pheile durchschnitten, die Clavicula in

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