Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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resecirt, d. h. mit Zurücklassung einzelner Fortsätze, von Liston 1819 (Edinb. me 
dical and surgical Journal, Januar 1820 p. 66), Haymann 1823, Janson 1824 (Ar 
chives generales de medicine T. XII. p. 314), Wutzer 1825 (Orsbach de resectione 
claviculae et scapulae Bonnae 1833, 4- P- 16), Luke 1828 (The London medical 
Gazette No. 21), Petrequin 1844 (Bulletin de l’academie XXV, 8), Jäger (Ried, 
die Resektionen der Knochen. Nürnberg 1847, S. .283), v. Langenbeck 1848, 1850 
und 1855 (Fock, „Exstirpatio et Resectio scapulae“, Berlin 1855), Herz 1852 
(Stern, „Ueber Resektion des Schulterblattes“. Inaugural-Abhandlung. Erlangen 
1 85 2 )-> v - Engelhardt 1853. In neuerer Zeit wurden sodann noch einige Fälle 
mitgetheilt von Pollock (St. George’s Hospital Reports. Vol. IV, p. 223) und von 
Schuppert (Neu-Orleans Journal of Medicin Jan. 1870, p. 90). 
Kehren wir nun zu der totalen Exstirpation der Scapula zurück. 
Früher hatte man geglaubt, bei der Ausführung dieser Operation immer zu 
gleich den Arm mit entfernen zu müssen. Ried hatte 1847 darauf aufmerksam 
gemacht, dass es Fälle geben würde, in denen man bei der Nothwendigkeit totaler 
Entfernung der Scapula den betreffenden Arm erhalten könne. Aber erst B. v. Lan 
gen beck zeigte, wie man auch mit Erhaltung des Armes die vollständige Exstir 
pation des Schulterblattes ausführen könne. Derselbe nahm sie 1855 bei einem 
12jährigen Knaben wegen eines Carcinoms der Scapula vor; die Operation selbst 
verlief glücklich; Patient konnte nach Verlauf von 5 Wochen schon den Vorderarm 
beugen und strecken, ebenso Hand und Finger gut bewegen; leider ging jedoch 
der Knabe später, 109 Tage nach der Operation, an hektischem Fieber, bedingt 
durch wiederholte Recidive, zu Grunde. Bei der Sektion fand man secundäre Car- 
cinome an den Rippen, am linken Seitenwandbeine und zahlreiche Krebsknoten in 
beiden Lungen. 
Die von v. Langenbeck angegebene Operationsmethode ist im Wesentli 
chen folgende: Vom oberen inneren Schulterblattwinkel wird ein Schnitt bis zum 
unteren Winkel gemacht, ein zweiter rechtwinklig auf den ersten ebenfalls vom 
inneren oberen Winkel dicht oberhalb der Spina scapulae bis zur Spitze des Acro- 
dreieckige Lappen wird darauf vom Schulterblatt los- . 
präparirt, der untere Winkel vom Thorax abgehoben und die Scapula von den mm- 
subscapularis und serratus ant. maj. abgelöst. Sodann werden die am oberen 
Rande sich noch anheftenden Weichtheile gegen den äusseren Winkel zu hart am 
Knochen ebenfalls durchschnitten. Das Schultergelenk wird nun eröffnet, indem 
man den oberhalb der Spina scapulae bis zum Acromion geführten Schnitt über 
dasselbe verlängert; zuletzt wird die Gelenkkapsel dicht am Oberarmkopf abgelöst. 
Blutende Gefässe werden während der Operation sofort unterbunden. 
Nach dem Vorgänge von Langenbeck wurde die totale Exstirpation des 
Schulterblattes mit Erhaltung des Armes mit mehr oder weniger bedeutender Mo-
	        

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