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Demnach beruht das Ausbleiben der Uteruscontractionen nach dem Tode der
Frucht wahrscheinlich auf örtlichen Veränderungen, sei es der Uterusnerven, sei es
der Muskulatur. Diese können schon seit längerer Zeit vorbereitet sein, und möglicher
weise schon die Ursache des Todes der Frucht sein, oder auch sie treten erst nach
dem Tode ein, und sind dabei die Vorgänge in Betracht zu ziehen, die in dem Uterus
statt haben, sowohl die Veränderungen in der Placenta als auch die Circulations-
störungen, die in Folge des Todes der Frucht auftreten. Sistirt der foetale Kreislauf
in der Placenta, so beginnt die Zersetzung des Blutes in den foetalen Gefässen, der
Blutfarbstoff wird aufgelöst, er transsudirt durch die Gefässwände, und wird in das
mütterliche Gefässsystem aufgenommen. Der ganze Ernährungsverkehr zwischen
Mutter und Kind ist plötzlich aufgehoben. Dazu kommt, dass durch die nach Ver
minderung des Uterusinhaltes eintretenden Contractionen die Gefässe theilweise
geknickt, theilweise comprimirt werden; die ganze Ernährung des Organs findet also
unter sehr ungünstigen Umständen statt. Zugleich wirkt der Uterusinhalt auf den
selben immer wieder als fremder Körper. Welcher Art die Veränderungen sind, die
da vor sich gehen, darüber lässt sich vor der Hand noch Nichts sagen, es sind noch
keine Untersuchungen der Art gemacht. Die Degenerationen, wie wir sie in den
Sectionsberichten geschildert finden, geben uns ja gar keinen Anhalt, da sie doch
jedenfalls erst sekundär sind.
Auffallen muss es uns, wenn wir die Krankengeschichten durchsehen, dass unter
den 19. Kranken sich nur zwei Frauen finden, die noch nicht geboren haben (bei
dreien ist es nicht angegeben). Es scheint demnach die Annahme sehr gerechtfertigt,
dass der Uterus, der schon einmal die Metamorphose in Schwangerschaft und Puerperium
durchgemacht hat, eher zu solchen Abnormitäten neigt.
Wie soll man sich nun als Arzt in solchen Fällen verhalten, wo bei unver
letzten Eihäuten die Ausstossung nicht bald nach dem Tode der Frucht folgt? Zu
nächst ist natürlich das exspectative Verfahren einzuschlagen, da gewöhnlich die
Ausstossung nach einiger Zeit spontan erfolgt. Bleibt diese aber über eine gewisse
Frist hinaus aus, so wird es darauf ankommen die Atonie des Uterus zu bekämpfen
durch wehenerregende Mittel, und ist da in erster Linie zu nennen die Douche und
der Tampon als die mildest und sicherst wirkenden; die Einführung des Katheters
in den Uterus ist jedenfalls mit grosser Vorsicht zu handhaben, damit die Eihäute
nicht zerreissen und Fäulniss der Frucht eintritt, wodurch die Prognose viel schlecter
werden würde. Hat sich bereits ein Lithopädion gebildet, so wird man sich natürlich
jedes Eingriffs enthalten, und nur bei etwa auftretenden Entzündungen oder Absee-
clirungen therapeutisch Vorgehen.
Ist die Eiblase geplatzt, so wird man sofort mit wehentreibenden Mittel, mit
Douche, Tampon oder Einlegung eines Katheters auf alle Weise die Geburt zu fördern
suchen, um einerseits die Mutter vor der Gefahr der Infection mit den Zersetzungs-

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