i
17
beginnen; aber die Wehen waren gleich anfangs sehr schwach, und hörten plötzlich
ganz auf. Die Frau hatte sich für schwanger gehalten, weil sie deutliche Kinds
bewegungen gefühlt und auch die andern ihr bekannten Schwangerschaftszeichen
bemerkt °hatte; die Menstruation bestand jedoch bis zur Geburt regelmässig fort, was
bei allen früheren Schwangerschaften auch der Fall gewesen war. Im October 1859
erlitt Pat. einen Fall, und klagte darauf über heftige Schmerzen. Das Abdomen war
gespannt, Erbrechen und Husten stellten sich ein, und erfolgte im Februar 1860
der Tod.
Bei der Section fand man reichliche Adhäsionen zwischen dem Uterus und
den anderen Eingeweiden, besonders mit dem S. romanum. Der Uterus enthielt
einen Foetus in natürlicher Lage; aber von der Placenta war keine Spur zu entdecken;
in der Gebärmutterhöhle befand sich etwa eine Kanne dicker, gelber Flüssigkeit
An der linken Seite des Uterus zeigte sich eine Communication seiner Höhle mit
dem Colon, und war der linke Arm des Foetus bis zur Schulter in ’diese Oeffnung
eingedrungen.
Fall 17. Dr. Borham theilt in Lancet 1870 Dec. 17. p. 851 einen höchst
interessanten Fall von Retention durch spinale Lähmung mit.
Mrs. R., 30 Jahr alt, klagte im sechsten Monat ihrer zweiten Schwangerschaft,
die bis dahin ganz normal verlaufen war, über Schmerzen im Rücken und Kreuz,
die in die Schenkel ausstrahlten, so dass sie beim Gehen hinken musste. Einen
Monat später wurde sie plötzlich an beiden Beinen vollständig gelähmt mit gänzlichem
Verlust des Gefühls von den Zehen bis zur Lumbarregion hinauf; Uterus, Blase und
Mastdarm waren mit ergriffen, und litt Pat. an inconitnentia alvi et urinae. Bald
stellte sich eine grosse phagedänische Wunde auf dem Kreuzbein ein, die durch
schmale Fisteln mit dem Rückenmark in Verbindung stand. Das normale Schwanger
schaftsende war erreicht, es zeigten sich aber keine Wehen, dagegen begann ein
reichlicher übeler (offensive) Ausfluss aus dem Uterus, und drohte Resorption dieser
Flüssigkeit. Zwei Tage darauf überzeugte ich mich, dass der Muttermund schlaff und
leblos war; er gab bei Berührung nach, und fühlte sich bei Druck mit dem Finger
an wie die Haut bei Anasarca. Da die Kranke von meinen Manipulationen Nichts
fühlte, führte ich meine Hand direkt in den Uterus ein, was leicht gelang, ergriff
die Füsse des Kindes, wendete es, und befreite die Frau von der faulen Frucht, ohne
dass dieselbe überhaupt nur gewahr wurde, dass ich sie berührte. Acht Tage später
starb Pat.; die Wunde auf dem Kreuz war rapid gewachsen, und hatte die Grösse
eines Tellers erreicht. Milchsekretion oder andere Symptome einer überstandenen
Geburt stellten sich nicht ein.
Fall 18. Mordhorst theilt einen dem von Cheston beobachteten sehr ähnlichen
Fall mit in der deutschen Klinik 18/2 Nr. 17 und 18.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.