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ging nach und nach in einen rein serösen Ausfluss über. Pat. fühlte ausser etwas
Spannung in der Weichen- und Lendengegend beim Stehen und Gehen, sowie etwas
unregelmässig wiederkehrendem stechendem Schmerze im Leibe nichts Lästiges. Die
bis drei Querfinger über den Nabel reichende, nach dem kleinen Becken hin sich
verlierende, bimförmige, selbst bei Druck nicht schmerzhafte und in allen Richtungen
bewegliche Geschwulst im Leibe war fibrös-cartilaginöser Resistenz. Der Uterus konnte
nur bei bimanueller Untersuchung mit dem Finger innerlich erreicht werden; Mutter
mund stand vorn, sonst nichts Besonderes. Man meinte es mit einem Uterusflbroid
zu thun zu haben; bis zum vierten Juni trat bei einem resolvirenden Verfahren keine
Veränderung ein. Durch ein Versehen rieb sich Pat. den Leib mit Wiener Aetzpaste
ein, wovon grosse Geschwüre die Folge waren. Mit der durch den Muttermund ein
geführten Sonde stiess man in einer Höhe von zwei Zoll auf einen harten Gegenstand.
Um diesen zu entfernen, führte man Pressschwamm in den Muttermund ein, ver
ordn ete Vaginaldouchen von lauem Wasser, und Belladonnasalbe an den cervix uteri.
Bei Entfernung des Schwammes entleerte sich fast stets Eiter in verschiedener Menge
und übelriechendes Gas; übrigens war kein Erfolg zu sehen, und machte die Ein
führung des Schwammes der Kranken immer Schmerzen. Dabei stellte sich vom 7.
Juni an leichtes Fieber, Nachtschweiss, Diarrhoe, Exkoriation der Vulva und Scheide
und neben dem erwähnten Eiterabflusse der Abgang von Knöchelchen (Phalangen)
ein. Um den Foetus zu entfernen, setzte man den Gebrauch des Pressschwamms und
der Vaginalinjectionen fort, und liess Allgemeinbäder nehmen. Bald konnte man mit
dem Finger soweit in die Gebärmutter eindringen, dass man darin glatte mit über
einander geschobenen und gezahnten Rändern versehene Knochen erkennen konnte,
und einige kleinere Knöchelchen entfernen. Der Uterus selbst zeigte nicht die geringste
Contractionsbestrebung trotz fortgesetzten Gebrauchs von secal. cornut. Eine auf dem
Bauche entstandene Blase entleerte viel Eiter. Inzwischen verminderte sich zwar der
Eiterabfluss per vaginam, doch blieb der übrige Zustand beim Alten; namentlich ge
lang die Erweiterung des Gebärmutterhalses nicht über den bisherigen Grad hinaus
und scheiterte an der Rigidität seiner Wände. Dabei wurde das Allgemeinbefinden
bedenklich. Man entschloss sich, den Kaiserschnitt zu machen, für den man viel Vor
theil von der deutlich erkannten Verwachsung des Uterus mit der vorderen ßauch-
wand erwartete. Bei Eröffnung der Bauchhöhle zeigte sich denn auch jene Verwach
sung. Aus dem Uterus trat stinkendes Gas aus, und wurde der sonst ganz von Weich-
theilen entblösste Foetus extrahirt. Pat. befand sich in Besserung, so dass man mit
einigem Grunde auf einen glücklichen Ausgang hoffen durfte.
Fall 16. Dr, Buzzell (North American med. chir. review Sep. 1860. p. 901)
mitgetheilt in der Gazette hebdomadaire de med. et de chir. VIII. 1861 Nr. 39.
Eine Frau von 42 Jahren, die mehrmals rechtzeitig geboren und einige Male
abortirt hatte, wurde von neuem schwanger, und im April 1858 schien die Geburt zu

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