diese Geschwulst mit langem Stiele in der oberen Uebergangsfalte haftete. Der Polyp
wurde mit der Pincette gefasst, nach abwärts gezogen und sein Stiel hart an der
Basis abgeschnitten. Gegen den bestehenden massigen Catarrh wurde zinc. sulf.
verordnet
Schon nach einigen \\ ochen kam der Knabe wieder. Jetzt ragten sowohl an
der alten Stelle, als auch nahe am Canthus internus je eine erbsengrosse polypöse
Wucherung unter dem Augenlid hervor.
Diesmal wurde der Knabe chloroformirt, das obere Augenlid umgeklappt und
der Tarsus mit dem Daviel’schen Löffel erhoben, um die Uebergangsfalte scenau durch-
mustern zu können. Diese zeigte sich stark gewulstet; sowohl im äussern als im
innern Winkel inserirte sich der dünne Stil des aus der Lidspalte herabhängenden
Polypen. Es wurde nun, um die Basis desselben sorgfältig abzutragen, die Schleim
haut der Umgebung mit der Cooper sehen Scheere abgeschnitten; dabei sah man, als
durch das Erheben des Polypen die Wulstungen der Umschlagsfalte sich glätteten, die
Spitze eines Fremdkörpers unter der geschwollenen Conjunctiva verborgen. Schnell
wurde er nun mit der Pincette gefasst und hervorgezogen; erbestand aus einem Stück
Spiere von einer Roggenähre und hatte genau die Länge der Entfernung der beiden
Polypenstiele von einander.
Der Vater erinnerte sich nun, dass der Knabe mehrere Wochen vor seinem
ersten Hiersein, während der Ernte, Getreide zugefahren und am Abend über das
Gefühl eines Fremdkörpers im Auge geklagt hatte.
^‘ e Sdeia und Cornea hatten nur wenig Theil genommen, erstere war leicht
mjicirt, wahrend letztere in ihrem obersten Segment eine ganz schwache Trübung
zeigte. Und so heilte das Auge in kurzer Zeit nach Entfernung des Fremdkörpers.
Zweifellos waren in diesen beiden Fällen die polypösen Wucherungen durch
den andauernden Reiz entstanden, den die scharfen Enden des Fremdkörpers auf die
Conjunctiva ausgeübt hatten, indem sie hier zunächst eine Ulceration hervorriefen.'
Während im ersten Falle eine starke papilläre Hypertrophie des oberen Lides und
eine so tief gehende Zerstörung der Cornea entstand, dass eine Perforation nach der
ammer im erfolgte, trat im letzteren nur eine geringe circumscripte Trübung de*'
wir 0 '" 7 ’ WCl1 hier di Eite77 ° rt > Hh T die gUnze Con j unctiva stark geröthet, geschwollen und reichlich
hatten S ° n f , n er8chlen ’ also die günstigsten Bedingungen zu einer Keratitis ötlltt

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