wurde ihm gerathen, sich in die Klinik aufnehmen zu lassen, was er auch
versprach.
Nichtsdestoweniger kam er aber erst am 14. Januar 1874 wieder, um nun da
zubleiben. Es hatten sich heftige Cilianeuralgien eingestellt, die Lichtscheu war noch
stärker geworden, ebenso die Schwellung der Lider und der stark gerötheten, Eiter
absondernden Conjunctiva, die am Canthus externus 2 dicke polypöse unter dem oberen
Lide herabhängende Geschwülste zeigte. Die Cornea war diffus getrübt, von grauer
Färbung. im oberen Theile derselben eine Keratocele, die Iris von mattem Aussehen,
der Cornea partiell adhärent.
Bei der sehr schmerzhaften Umstülpung des oberen Lides zeigte dessen innere
Fläche eine dicht gedrängte Menge von dicken, dunkelroth gefärbten papillären Wu
cherungen. Die Stiele der am Canthus externus herabhängenden Polypen verloren
sieh in der Uebergangsfalte. Um diese nun deutlich durchmustern zu können, wurde
'lie doppelte Umstülpung des Lides gemacht. Jetzt fühlte man mit dem Daviel’schen
Löffel etwas Festes in dem Fornix des oberen Conjunctivalsackes und sofort wurde
mit einem Häkchen ein 3 3 Ctm. langer Strohhalm zu Tage gefördert, der horizontal
dort gelagert war und von dessen äusserem Ende die Polypen ausgingen, die mit der
Looper’schen Scheere abgetragen wurden.
Auf die nun eingeleitete Behandlung hin besserte sich bald der Zustand, die
Schmerzen wurden weniger und die Schwellung und Röthung der Conjunctiva
Lessen nach.
Am 16. Februar |aber zeigte sich nochmals eine polypöse Excrescenz, die eben
falls abgetragen wurde. Die Cornea war jetzt noch diffus getrübt und geglättet. Am
9 - März & wurde der Patient gebessert entlassen, aber S. war auf Fingerzählen in 1 Fuss
Entfernung reducirt, an Stelle der Keratocele bestand eine kleine flache Narbe.
Es ist das Eigenthümliche in diesem Falle, dass, obgleich der Fremdkörper
entfernt war, noch einmal eihe polypöse Wucherung auftrat und ist wohl anzunehmen
«Vs ihr Stiel schon vor Entfernung des Fremdkörpers vorgebildet war und dann nur
e, ter gewachsen ist.
2. Fall.
Im Sommer 1870 brachte ein Bauer aus dem östlichen Holstein seinen 7jahn-
** Jungen nach der Augenklinik, da er seit mehreren Wochen über Beschwerden
iln rechten Auge geklagt hatte. Beit einigen Tagen hatten die Eltern ab und zu eine
rö thliche Masse in der Lidspalte gesehen.
Bei der Untersuchung fand sich in der Nähe des äusseren Augenwinkels unter
de,, i Rande des oberen Augenlides eine etwa erbsengrosse polypöse Geschwulst, die
2e *tweiae sich unter das Augenlid versteckte. Bei Eversion desselben sah man, dass

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