Es fand sich in der Mitte der Cornea ein kleiner brauner Fremdkörper, in
dessen nächster Umgebung die Cornea leicht getrübt erschien, sonst keine Reiz
erscheinungen.
3. Einer Frau aus Dietrichsdorf war vor y 2 Jahre ein Busch gegen das rechte
Auge geschlagen und war damals eine leichte kurz dauernde Entzündung anfgetreten.
Jetzt hatte sie aber von Neuem mit Schmerzen verbunden, begonnen.
In der Mitte der Cornea war ein Hirsekorngrosses Ulcus, in dessen Centrum
ein Floh grosser Fremdkörper sass; in der vordem Kammer ein 3mm. hohes Hypopyon^
die Iris leicht verfärbt.
Der günstigste Sitz ist der etwas unter der Mitte der Cornea, so dass der
Fremdkörper genau in der Lidspalte sich befindet, also beim Lidschlag gar nicht
getroffen wird. Hier sehen wir von Seiten der Cornea gar keine Reizerscheinungen,
es scheint demnach, als ob die Trübung beim Sitz in der Mitte durch den Druck des
oberen Lides begünstigt würde, wenngleich dieses bei seinen Bewegungen auch nur
ttfit seinem äussersten Rande darüber hingleitet.
1. Ein Knecht aus Bockholdt hatte vor 8 Wochen früh Eichenrinde abgeborkt;
arn Nachmittag hatte er etwas Druckempfindung im Auge, die sich aber bald wieder
Verlor Jetzt vor 6 Tagen begann das Auge öfter zu thränen, ohne weitere Beschwerden
Zu verursachen.
Er kneift das Auge, welches Neigung zum Thränen zeigt, etwas zu; im innern
u ntern Segment der Cornea, grade da, wo beide Lieder sich begegnen, sitzt ein
1 □min. grosser Fremdkörper tief in die Substanz eingepresst, so dass seine Ober
fläche fast au niveau der Coraea liegt. Nach unten zu starke keilförmige Vascularisa-
Üon, nach oben weder Trübung noch sonstige Reizerscheinung der Cornea. Der
Fremdkörper erweist sich als eine Hülse eines jungen Blattriebes.
2. Einem 13jährigcn Knaben aus Kiel ist vor längerer Zeit etwas ins Auge
geflogen; jetzt hat sich dieses entzündet.
Am Aussenrande der Cornea genau in der Lidspalte sitzt ein dunkler Fremd
körper von 2mm. Grösse. Keinerlei Reizung der Cornea; auf der Conjunctiva sclerae
lauf on einige stärker gefüllte Gefässe zum Fremdkörper hin.
Schon in diesen beiden Fällen treten uns die Veränderungen von Seiten der
Conjunctiva entgegen, weil der Fremdkörper am Rande sitzt, und je näher dem
Funde, desto eher und stärker tritt Injection der Conjunctivalgefässe auf, weil hier
fl't'ect ein Reiz auf die feinen Ausläufer der Gefässe ausgeübt wird, der selbst zur
Neubildung kleiner Gefässreiserchen V eranlassung geben kann.
Am schnellsten und heftigsten aber reizt ein im obern Segment der Cornea
sitzender Fremdkörper, weil hier bei jedem Liedsclage das fast anschliessende obere
Au gcnlied über ihn hin und her gleitet. Und wie fest dieser Anschluss ist, kann
Tllan daraus ersehen dass an Augen, die zu lange oder nicht mit der nöthigen

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