Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

»on allen Verletzungen des Auges kommen am häufigsten die durch fremde Körper 
Verursachten vor, welche, je nachdem sie nur die äusseren, oberflächlichen Theile 
treffen oder in das Innere des Bulbus selbst eindringen, sehr verschiedenartige Reiz- 
Erscheinungen und Gefahren nach sich ziehen. 
Hier sollen uns nur die ersteren, die die Conjunctiva und Cornea treffenden 
Fremdkörper beschäftigen, deren Wirkung zu beobachten ich tagtäglich in der hiesigen 
Augenklinik Gelegenheit hatte. Denn begünstigt durch die beiden grossen Schiffsbauwerften 
Kiels und durch ein sehr grosses in nächster Nähe gelegenes Mühlenetablissement, 
w ° täglich Steine geschärft werden, hat die Klinik ein sehr reichhaltiges Material an 
Augenverletzungen. 
Es wirken die Fremdkörper je nach ihrer Beschaffenheit, Grösse, Form und 
üach ihrem Sitze sehr verschiedenartig, in der Mehrzahl der Fälle auf mechanische 
^ oise, nur wenige chemisch. 
Staub, Schmutz, Sandkörncheg, kleine Insecten, die vom Luftzug ins Auge 
getrieben werden, üben meist nur einen vorübergehenden Reiz aus, da sie nicht zu 
haften pflegen, sondern durch die vermehrte Thränensecretion, unterstützt durch den 
häufigeren Lidschlag oder auch durch Reiben mit den Fingern aus der Lidspalte 
hErausgeschwemmt werden. 
Eisen-, Stahl-, Glas- und Steinsplitter dagegen, durch welche hauptsächlich die 
^Ehiniede, Schlosser, überhaupt Stahl- und Eisenarbeiter und Steinhauer verletzt 
' Vt *den, fliegen meist mit grosser Gewalt gegen das Auge an und dringen deshalb 
,f *Ehr oder weniger tief in dasselbe ein, während Holzsplitter, kleine Stückchen Stroh 5 
h'Eren, (Grannen) von Getreideähren besonders auf der Oberfläche des Bulbus ihrer 
Julien Oberfläche wegen haften. 
Für die verschiedenen Erscheinungen nun, welche durch die Anwesenheit 
tllles Fremdkörpers in der Cornea oder Conjunctiva verursacht werden, ist das 
Wesentlich bedingende Moment der Sitz des Fremdkörpers, worauf mir weder in den
	        

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