Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

2b ) Transact, of the pathol. Soc. 
1867. XVII. p. 53. 
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und erschien wie ein beginnendes Aneurysma; diese ungewöhnliche Erweiterung er 
streckte sich ziemlich weit längs der aufsteigenden Aorta, aber reichte nicht so weit 
wie der gewöhnliche Stamm der Axillaris und Carotis. Der Zuwachs der Arterienca- 
pacität dürfte ungefähr ein Drittel betragen; die tunica intirna dieser Theile hatte 
gänzlich die natürliche Glätte verloren und war übermässig mit dunkelweissen Flecken 
besetzt, die die allgemeine Fläche überragten. 
Beim Eröffnen des Schädels fand man die Hirnschale und dura mater im ge 
wöhnlichen Zustande. Die Gefässe der pia mater waren an der Oberfläche der beiden 
Hirnhemispharen strotzend mit Blut gefüllt, was auch gewöhnlich bei plötzlichen To 
desfällen gefunden wird. 
Die innere Gehirnstructur wurde sehr sorgfältig untersucht und die verschie 
denen Theile des Gross- und Kleinhirns in dem natürlichsten und gesundesten Zu 
stande gefunden; aber die carotis interna war an der Stelle, wo sie die Seitenfläche 
der sella turcica passirt, verknöchert und mehrere ihrer Aeste erschienen dunkel und 
krankhaft verändert. Die Arteriae vertebrales, welche auf der Medulla oblongata 
lagern, waren ebenfalls knöchern und die arteria basilaris, welche durch ihre Vereini 
gung gebildet wird, zeigte sehr allgemein längs ihren Häuten dunkelweisse Flecke. 
Es mögen hier noch mehrere Sectionsberichte Platz finden, die von Dr. 
Dickinson 26 ) veröffentlicht wurden. 
Zwei Falle von Angina pectoris, abhängig von dem Verschluss der Coronar- 
arterienmündungen. 
. Fal1 1 Der erste Fal1 betraf einen Herrn von 45 Jahren, einen Patienten von 
Dudfield von Kensington. 
Dr. Dikinson wurde gebeten, der Obduction beizuwohnen. Der Patient, ein 
kräftiger Mann, zeigte vor 8 Jahren krankhafte Symptome am Herzen; während der 
letzten 3 Jahre hatte er wohl ausgesprochene Anfälle von Angina pectoris. In einem 
Anfalle, welcher 1 oder 2 Tage vor seinem Tode eintrat, beschrieb ihn Dr. Dudfield 
wie gegenwärtig als eine todtenblasse Erscheinung mit einem bleichen Gesicht, glä 
sernen Augen und erhobenen Armen. Er klagte über eine fürchterliche Zusammen 
ziehung in der Brust, mit einem Schmerz oder Erstarrung und Kälte im linken Arm. 
Er starb zuletzt ziemlich plötzlich. 
Bei der Obduction fand man den Magen erweitert; weiter war da nichts zu 
erwähnen, mit Ausnahme des Herzens. Dieses Organ hatte sowohl an Länge als 
Grösse zugenommen. Beide Ventrikel waren verengt. Die Muskulatur war im ^Allge 
meinen schwach fettig, aber nicht mehr verändert, als man sonst Herzen in dieser 
eziehung findet. Die Wurzel der Aorta und ihre Klappen waren sehr durch athero- 
inatose Ablagerung verändert, Diese war zart und lag gerade unter der Gefäss-
	        

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