Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

Der Bauchinhalt war im normalen Zustande; aber die Magen- und Darmhäute 
Waren ungewöhnlich blutreich, was ihnen ein fleischiges Ansehen und eine dunkel- 
rothe Farbe verlieh; diejenigen Theile, welche eine herabhängende Lage einnehmen, 
wie im Beckenboden und die Lenden, zeigten dies im stärkern Maasse als die andern ; 
flies ging augenscheinlich aus dem flüssigen Zustande des Blutes hervor. Der Magen 
war ziemlich erschlafft, aber die innere Fläche war ganz frei von jeder pathologischen 
Erscheinung; die Pylomsmündung war ungewöhnlich weit. Die Gallenblase enthielt 
fünf oder sechs kleine Steine von einer hellgelben Farbe. Die Leber und die übrigen 
Eingeweide zeigten nichts Ungewöhnliches. 
Die Rippenknorpel waren an mehreren Stellen verknöchert, was eine Säge er 
forderte, um sie zu trennen. In der Brusthöhle land sich kein Wasser und die Lungen 
fler rechten Seite waren ungewöhnlich gesund, aber die der linken Seite hatten sehr 
feste Adhäsionen mit der Pleura und erstreckten sich über eine beträchtliche Fläche, 
besonders mehr gegen das Sternum hin. 
Das Pericardium war ungewöhnlich verdickt, was ihm nicht zusammenzuhalten 
gestattete, nachdem er eröffnet war; die Wassermenge, welche es enthielt, war kaum 
mehr als gewöhnlich, obgleich es wahrscheinlich sein dürfte, dass die Menge grösser 
gewesen sei als die, welche man in dem gesundesten Zustande dieser Theile antrifft. 
Das Herz selbst war zu klein, indem es die Höhle, in welcher es lag, nicht 
ausfüllte und schien nicht die Wirkung eines ungewöhnlichen Grades von Contraction, 
sondern in seiner Grösse geschrumpft zu sein. Auf der untern Fläche des linken 
Aurikels und Ventrikels waren zwei Zwischenräume von einem halben Quadratzoll, 
Welche von weisser Farbe mit dunklem Schein und gänzlich von der allgemeinen 
Herzfläche abgesondert waren. Diese zwei Zwischenräume waren mit einem Exsudat 
geronnener Lymphe bedeckt, was die Folge vorhergegangener Entzündung war Die 
Herzmuskulatur war blasser und looser als die andern Muskeln des Körpers. In ihren 
Zwischenräumen befanden sich keine Gerinnsel. Die Zweige der Kranzarterien, welche 
sich durch die Herzmuskulatur hindurch verästeln, waren in einem Zustande von 
knöchernen Röhren, welche nur schwierig mit dem Messer getrennt werden konnten 
Und deren Querschnitte nicht collabirten, sondern offen blieben. Die Mitralklappen 
Waren an der Stelle, wo sie von der untern Seite des Aurikels hervorkommen, viel 
fach verknöchert, indem sie einen unvollkommen knöchernen Rand von verschiedener 
Hicke bildeten und waren an einer Stelle so dick, als ob sie einen Knauf bildeten; 
aber diese Verknöcherungen erstreckten sich nicht abwärts auf die Klappe gegen die 
chordae tendineae. 
Die Semilunarklappen der Aorta hatten ihre natürliche Elasticität verloren; 
ihre frühere Anheftungsstelle war verknöchert und an mehreren Stellen waren offen 
bar Verknöcherungen. 
Unmittelbar über den Semilunarklappen war die Aorta weiter als gewöhnlich
	        

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