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Krause, zur pathologisch-anatomischen Untersuchung übergeben wurden. Diese beiden
Herzen sind Individuen entnommen, welche dem hier in Rede stehenden Leiden er
lagen. An dem einen Präparate von Holscher fand sich Folgendes: Das Herz hat
eine länglich-eirunde Gestalt. Der rechte Ventrikel erscheint noch mehr, als dies
schon unter normalen Verhältnissen der Fall ist, als ein blosser Anhang des linken;
wir haben somit Hypertrophie des linken Ventrikels. Ferner Insufficienz der Semilu
narklappen der Aorta, auf denen sich, durch starke Kalkinfiltration, rigide Prominenzen
befinden. Sie bedecken die ganze Oberfläche der Semilunarklappen, sodass schliess
lich statt dreier zarter, halbmondförmiger Segel drei starke, drüsige Körpor feston-
artig um die Aortenwandung gestellt sind. Derselbe Process bedingt auch die In
sufficienz der Mittelklappen. Die Arteria coronaria sinistra atheromatös entartet und
zu beiden Seiten von vielem Fett umgeben. An der äussern Fläche des Herzens sind
die Gefässe dilatirt und in Fett eingelagert. Die ganze Oberfläche fühlt sich fettig
an. Die mikroscopische Untersuchung der Herzmusculatur ergab an mehreren Präpa
raten dieselben Resultate, nämlich Ablagerung vieler Fetttröpfchen, wodurch die Rich
tung der Muskelfasern unkenntlich erschien; sie sahen gelblich aus. Das Herzfieisch
fühlte sich mürbe an.
Am rechten Herzen war, ausser einer ebenfalls erheblichen Fettentartung der
Musculatur nichts Abnormes vorhanden.
Das zweite, Osiander’sche Präparat, ergab bei der Untersuchung Insufficienz
der Aortaklappen, die ebenfalls durch starke Kalkablagerung hervorgerufen ist. Die
Aorta selbst zeigte sich stark verengt, sodass man nur bequem den fünften Finger
einführen konnte, um die Insufficienz der Semilunarklappen und die Stenose der
Ostium zu constatiren. Die Mitralklappen ebenfalls 'durch Kalkablagerung insufficient.
Das Pericardium ist fast allseitig fest mit dem mehr im transversalen Durchmesser
hypertrophischen Herzen verwachsen. Die Oberfläche des Pericardiums fühlt sich
rauh an.
Hieran schliessen wir mehrere Sectionsberichte, von denen der eine von
Everard Home an dem der Angina pectoris den 16. October 1793 erleg enen John
Hunter, dem berühmten englischen Chirurgen gemachten Section beschrieben und in
seiner bekannt gewordenen Biographie 25 ), die er der Abhandlung John Hunter’s über
das Blut etc. anschloss und dessen ausführlichen Bericht wir hier in Uebersetzung
folgen lassen.
Bei der Obduction fand sich Folgendes: Die Haut war an mehreren Stellen
gesprenkelt, besonders an den Seiten und am Halse, was dadurch entstand, dass das
Blut nicht vollständig geronnen war, sondern fast flüssig blieb.
) A short accouet of J the authors life by his brother
inflammation and gun-shot wounds. London 17 94, Seite 62.
in — law in the treatise on the blood»

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