Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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Krause, zur pathologisch-anatomischen Untersuchung übergeben wurden. Diese beiden 
Herzen sind Individuen entnommen, welche dem hier in Rede stehenden Leiden er 
lagen. An dem einen Präparate von Holscher fand sich Folgendes: Das Herz hat 
eine länglich-eirunde Gestalt. Der rechte Ventrikel erscheint noch mehr, als dies 
schon unter normalen Verhältnissen der Fall ist, als ein blosser Anhang des linken; 
wir haben somit Hypertrophie des linken Ventrikels. Ferner Insufficienz der Semilu 
narklappen der Aorta, auf denen sich, durch starke Kalkinfiltration, rigide Prominenzen 
befinden. Sie bedecken die ganze Oberfläche der Semilunarklappen, sodass schliess 
lich statt dreier zarter, halbmondförmiger Segel drei starke, drüsige Körpor feston- 
artig um die Aortenwandung gestellt sind. Derselbe Process bedingt auch die In 
sufficienz der Mittelklappen. Die Arteria coronaria sinistra atheromatös entartet und 
zu beiden Seiten von vielem Fett umgeben. An der äussern Fläche des Herzens sind 
die Gefässe dilatirt und in Fett eingelagert. Die ganze Oberfläche fühlt sich fettig 
an. Die mikroscopische Untersuchung der Herzmusculatur ergab an mehreren Präpa 
raten dieselben Resultate, nämlich Ablagerung vieler Fetttröpfchen, wodurch die Rich 
tung der Muskelfasern unkenntlich erschien; sie sahen gelblich aus. Das Herzfieisch 
fühlte sich mürbe an. 
Am rechten Herzen war, ausser einer ebenfalls erheblichen Fettentartung der 
Musculatur nichts Abnormes vorhanden. 
Das zweite, Osiander’sche Präparat, ergab bei der Untersuchung Insufficienz 
der Aortaklappen, die ebenfalls durch starke Kalkablagerung hervorgerufen ist. Die 
Aorta selbst zeigte sich stark verengt, sodass man nur bequem den fünften Finger 
einführen konnte, um die Insufficienz der Semilunarklappen und die Stenose der 
Ostium zu constatiren. Die Mitralklappen ebenfalls 'durch Kalkablagerung insufficient. 
Das Pericardium ist fast allseitig fest mit dem mehr im transversalen Durchmesser 
hypertrophischen Herzen verwachsen. Die Oberfläche des Pericardiums fühlt sich 
rauh an. 
Hieran schliessen wir mehrere Sectionsberichte, von denen der eine von 
Everard Home an dem der Angina pectoris den 16. October 1793 erleg enen John 
Hunter, dem berühmten englischen Chirurgen gemachten Section beschrieben und in 
seiner bekannt gewordenen Biographie 25 ), die er der Abhandlung John Hunter’s über 
das Blut etc. anschloss und dessen ausführlichen Bericht wir hier in Uebersetzung 
folgen lassen. 
Bei der Obduction fand sich Folgendes: Die Haut war an mehreren Stellen 
gesprenkelt, besonders an den Seiten und am Halse, was dadurch entstand, dass das 
Blut nicht vollständig geronnen war, sondern fast flüssig blieb. 
) A short accouet of J the authors life by his brother 
inflammation and gun-shot wounds. London 17 94, Seite 62. 
in — law in the treatise on the blood»
	        

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