ausgesprochen hat, um viele Jahre überleben. Kräftige, heitere Individuen fallen im
°der kurz nach einem Paroxysmus durch Lähmung, wohl auch durch Zerreissung des
Herzens, todt nieder, während schwächliche, beständig niedergeschlagene, welche sich
nach der Erlösung ihrer Noth sehnen, Jahr aus Jahr ein ihre Klagen fortsetzen. Com-
plicationen, Fehler in der Lebensordnung, unverhoffte freudige Ereignisse, Schicksals
schläge äussern einen mächtigen Einfluss.“
Was die Therapie bei der hier in Rede stehenden Krankheit anlangt, so rühmen
Cahen 18 ) und Philipp 19 ) die günstige Wirkung des Arsenik.
Brunton hat, von der Erfahrung ausgehend, dass im Anfalle der Angina pect,
die arterielle Spannung zunimmt, das Amylnitrit oder salpetrigsaure Amyloxyd (eine
gelbliche, scharfriechende Flüssigkeit, die sich bei der Destillation von Salpetersäure
l nit Amylalkohol und beim Einleiten von salpetrigsaurem Gas in Amylalcohol bildet).
(Inhalation von 4—5 Tropfen) empfohlen, welches durch Paralysirung der pheriphe-
Eschen Nerven eine Erweiterung der Capillargefässe bewirkt. Der Schmerz und das
Angstgefühl im stenocardischen Anfalle verschwinden hiernach 20 ). Gleiche Mitthei-
lungen über günstige Wirkung des Amylnitrit machen Leishman 21 ), Sanderson und
Anstie 22 ), Wood 23 ). Selbstverständlich sind auch hier wie bei andern Neuralgieen
Verschiedene Metallsalze in Verbindung mit Narcoticis oder die letzteren allein empfohlen
Und angewandt.
Eine Hauptrolle bei der Therapie der Angina pectoris spielt jetzt die Electrici-
tät. Dieselbe ist zuerst von Herrn Duchenne empfohlen und manchmal bei den
ausgesprochensten stenocardischen Anfällen mit grossem Erfolge angewandt 24 ).
Trousseau erzählt mehrere Fälle, wo bei dieser Behandlung schliesslich völlige
Heilung erfolgte. Er wandte sehr starke und sehr rasch intermittirende Inductions-
ströme an und setzte dabei die beiden Electroden auf beide Brustwarzen.
Auch nach andern zahlreichen Beobachtungen über den evidenten Erfolg dieser
Behandlungsmethode dürfte sie vor Allem bei der Angina pectoris empfohlen werden.
Nachdem wir hier die Hauptzüge der Angina pectoris und das Hauptsächlichste
über ihre Behandlung besprochen haben, gehen wir nun zu der Beschreibung zweier
Herzen über, von denen das eine aus der Holscher’schen, das andere aus der Osiander’-
Sc hen Sammlung herrührt und mir von meinem hochverehrten Lehrer, Herrn Professor
18 ) Des Nevroses vasomotrices (Angine de poitrine) Archives generales de Med. 1863. Vil. II. p. 696.
19 ) Berliner klinische Wochenschrift 1868, Nr. 4 und 5.
20 ) The Lancet, IV. Vol. II.
21 ) Glasgow med. Journ. 1869, p. 556.
22 ) London, Clinical Society 11. Febr. 187 0.
2S ) Amer. Journ. of med. Science 1871, p. 39.
24 ) Duchenne de Boulogne, Note sur l’influence therapeutique de l’excitation electro-cutanee dans l’anrine
c4e poitrine. (Bulletin de therapeutique, 1853.) — De l’electrisation localise et de son application a, la pathologic
a La therapeutique, duxieme edition. Paris 1861.

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