Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1874 (Band XXI.)

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8 ) Bamberger, Herzkrankheiten. 
Unter 5171 Todesfällen in Hamburg 8 ) im Jahre 1845 waren nur 3 die Folge 
von diesem Uebel. Männer erkranken viel häufiger als Weiber; auch befindet sich 
die Mehrzahl der Kranken schon in einem vorgerückten Alter, in der Regel über das 
50. Lebensjahr, obgleich auch Beispiele von Erkrankungen junger Individuen bekannt 
sind. Lartigue findet unter 65 Fällen von A. p.: 
6 Individuen im Alter von 30—35 Jahren. 
2 „ „ „ bis zu 40 „ 
11 „ „ fiber 41 „ 
52 „ „ „ über 51 „ 
Nach Forbes waren unter 88 Fällen nur 8 Weiber; nach Lartigue unter 67 
nur 7; Heberden sah unter 100 Fällen nur 3 Weiber; Lussana giebt an, dass 97 pCt. 
aller Fälle auf Männer kommen. 
Unter den von Copland gesammelten 100 fanden sich 70 Individuen, welche 
über 50 Jahre alt waren und unter den 84 von Forbes 72, die übrigen 12 vertheilen 
sich auf das Alter von 12—50 Jahren. 
Bamberger sah bei einer grossen Anzahl von Fällen nur bei 6 Kranken, von 
denen 5 an Affectionen der Aorta- und Mitralklappen, 1 an blosser Herzhypertrophie 
litt, wahre anginöse oder stenocardische Anfälle, Nach Romberg bleibt das kindliche 
Alter von „dieser Neuralgie“ (denn er bezeichnet ja, wie wir früher gesehen haben, 
die Angina pectoris als reine Hyperäthesie und spricht demgemäss auch von einer 
Neuralgie des Plexus cardiacus) verschont, das jugendliche Alter wird sehr selten be 
fallen. Was das mittlere und höhere Alter betrifft, so nimmt auch er an, dass 
diese beiden Altersverschiedenheiten den fruchtbarsten Boden für diese Krankheit ab 
geben, 
Kehren wir noch einmal zu einem solchen Kranken zurück, und betrachten 
wir nun während des Anfalles seine Herzthätigkeit, den Puls, der sich hier zuweilen, 
wie wir gleich sehen werden, ganz verschieden von der Herzcontraction verhält. So 
war in den bereits angeführten Bamberger’schen Fällen die Herzthätigkeit ausseror 
dentlich stürmisch, den Thorax erschütternd und höchst frequent; von den Tönen u. 
Geräuschen, die früher vorhanden waren, war nichts wahrzunehmen und man hörte 
nur den beständig sich erneuernden und klirrenden Anschlag des Herzens. Der Puls 
war dabei constant klein, selbst unfühlbar, sehr beschleunigt; nicht jeder Herzcontrac 
tion entsprach eine Arterienwelle, sodass offenbar die Füllung der Gefässe wegen der 
ausserordentlichen Beschleunigung der Herzthätigkeit eine sehr unvollkommene war. 
Bezüglich der kleinen und schwachen Beschaffenheit des Pulses stimmen nun zwar 
fast alle Beobachter überein, die Herzthätigkeit indess wurde von Manchen sehr
	        

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