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haft und hatte eine höhere Temperatur als der linke Arm. Der Anfall hielt fast eine
Viertelstunde an, worauf alsdann wieder völlige Ruhe eintrat etc.“
Romberg klagt die Arthritis und Hysterie als disponirende Momente an.
Alsdann wurde auch auf die Verknöcherung der Rippenknorpel und noch vieles
Andre, was wir hier übergehen wollen, hingewiesen.
Nachdem wir nun die hauptsächlichsten aetiologischen Momente kennen gelernt
haben, wollen wir einen derartigen Kranken, während eines Paroxysmus betrachten,
v. Dusch schildert den Zustand folgendermassen:
„Während des Anfalles vermeiden die Kranken ängstlich jede Bewegung und
suchen womöglich eine aufrechte Körperstellung zu gewinnen, wobei sie die Wirbel
säule strecken können. Gehen die Kranken, so bleiben sie plötzlich stehen, sitzen
sie, so springen sie auf; manche suchen den Rücken und die Schulterblätter irgendwo
fest anzupressen, andere strecken die Arme über den Kopf in die Höhe, in einem
Falle (Miquel) suchte der Kranke die Arme auszubreiten und an die entgegenstehenden
Reken einer lhür zu führen oder sie drücken die Brust gegen einen festen Körper.
Das Gesicht, in welchem sich deutlich die Todesangst abspiegelt, und die ganze
Hautdecke erblasst und bedeckt sich mit kaltem, klebrigem Schweisse; Hände und
Füsse werden kühl. Das Sensorium bleibt in der Regel frei und nur ausnahmsweise
erfolgt Ohnmacht; manchmal geht der Harn und selbst der Stuhl während des
Anfalles unwillkührlich ab und mit Beendigung desselben treten Schlingbewegungen,
Singultus, Würgen und Erbrechen ein und es werden zahlreiche Ructus und Flatus
ausgestossen. In der Regel ist der während oder nach dem Anfalle gelassene Harn
sehr reichlich, blass und wasserreich (Urina spastica). Meist bleibt ein Gefühl von
allgemeiner Erschlaffung oder von Wundsein unter dem Brustbein zurück, ebenso
wie ein Kribbeln und Taubsein im Arme; sehr nachhaltig ist der psychische Eindruck
eines solchen Paroxysmus auf die Kranken, welche sich von dem Glauben, dass sie
in einem Anfall unterliegen werden, schwer losmachen können.“
So vortrefflich diese Schilderung ist, so muss derselben doch noch die Beob
achtung hinzugefügt werden, dass nämlich der Schmerz, welcher in der Praecordial-
gegend entsteht, zuweilen auch nach andern Körpergegenden ausstrahlt, wie z. B. dem
linken Arm, seltener in den rechten, am seltensten aber in beide Arme. Um diese
Schmerzausstrahlungen zu erklären, wollen wir uns noch einmal den anatomischen
Zusammenhang des Plexus cardiacus (denn hier haben wir ja den Sitz des Leidens
zu suchen) mit den Hals- und Armnerven in’s Gedächniss zurückrufen.
„Der Plexus cardiacus 7 ) ist zusammengesetzt aus den Rami cardiaci des
Vagus und den Nn. cardiaci, die aus den Halsganglien und dem ersten Brustganglion
des Sympathicus entspringen. Das Ganglion cervicale supremum des Sympathicus, aus
7 ) Eulenburg und Guthmann, Pathologie des Sympathicus. Seite 110.

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