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Einwände, die gegen die zuletzt ausgesprochene Ansicht erhoben wurden, dass
nämlich möglicherweise der Druck, welchen die verknöcherten Kranzarterien auf die in
das Herzfleisch eingebetteten Plexus ausüben, den Schmerz hervorbrächten, sind
gewiss nicht stichhaltig, weil ja die Ursache constant vorhanden wäre, nicht aber die
Schmerzen, die ja nur in Paroxysmen auftreten. Auf der andere Seite können wir
hier die Paroxysmen ebenso wenig erklären, wie bei andere Neuralgien. Damit soll
übrigens den verknöcherten Kranzarterien durchaus nicht die Möglichkeit abgesprochen
werden, zuweilen den Schmerz mitzuveranlassen.
Es sei dem aber wie es wolle, mag man die Angina pectoris als eine auf
organischen Veränderungen beruhende Krankheit ansehen oder als rein neuralgische
und daher, wie es Friedreich 2 ) thut, geradezu 2 Formen unterscheiden, erstens eine
dynamische (idiopathische, essentielle, functionelle, nervöse) und zweitens eine organische
Form oder wie Bamberger 3 ) sie als eine Hyperästhesie mit Hyperkinese gesteigerter
Erregbarkeit, oder wie Romberg 4 ) als Hyperästhesie des Plexus cardiacus oder
Trousseau als epileptiforme Neuralgie oder mein vererther Lehrer, Herr Geh. Hofr.
Hasse, als Neuralgie des Plexus cardiacus oder endlich wie v. Dusch 5 1 sie als Hyper
ästhesie mit Krampf des Herzens ansehen, immerhin bietet dieses Leiden so viel
des Interessanten dar, dass man es kaum unterlassen dürfte, auch hier, dieser kleinen
Schrift, die doch eigentlich nur die Aufgabe hat, eine Beschreibung zweier pathologisch
anatomischer Herzen, die von Individuen stammen, welche an dieser hier in Rede
stehenden Affection zu Grunde gingen, zu geben, einige kurze Bemerkungen über die
Aetiologie dieser Krankheit, so weit sie uns überhaupt bekannt ist, dann auch über
die paroxysmen weise auftretenden Anfälle und das Verhalten während der Intermis
sionen anzureihen.
Vas zuerst die aetiologischen Momente betrifft, so kann die Angina pectoris
in seltnen Fällen die verschiednen Herzleiden compliciren, dann findet man auch als
Ursache rheumatische und gichtische Affection angeführt, ebenso von den Franzosen
als aetiologisches Moment „das übermässig starke Tabackrauchen“, über welches
letztere Angeführte in den „Archives generales 1862“ (Vol. II. pag. 122) von der am
9. Juni stattgehabten Sitzung sich Folgendes findet:
„M, Beau verlas einen Aufsatz über das Tabakrauchen, welches gleichsam als
die Ursache der Angina pectoris betrachtet wurde und führt zur Unterstützung seiner
Meinung eine grosse Anzahl Fälle an, in welchen die Kranken unter dem Einflüsse
des übermässigen Tabackrauchens von Erscheinungen ergriffen wurden, die denjenigen
2 ) Herzkrankheiten, 5. Band, 2. Abth. Erlangen 1861. Seite 412.
3 ) Lehrbuch der Krankheiten des Herzens. Wien 185 7. Seite 371.
4 ) Lehrbuch der Nervenkrankheiten des Menschen, dritte Auflage. Berlin 1857. Seite 154.
s ) Lehrbuch der Herzkrankheiten 18 68. Seite 33 7.

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