des submucösen Bindegewebes hervor“. Diese Cirrhose kommt nach Brinton 1 ), welcher sie
Linitis plastica nennt, auch primär vor, und ist in Deutschland unter dem Namen Brintonscher
Magen bekannt geworden. Höchst interessant sind die von Brand 2 ) angeführten Fälle aus
dem Prager und Erlanger Museum, in welchen sich eine derartige Bindegewebswucherung in
der Gegend des Pylorus entwickelt und eine Stenose desselben herbeigeführt hatte. Zufällig
fand ich beim Durchstöbern der Literatur einen von Dr. Kl ob 3 ) mitgetheilten Fall von über
den ganzen Magen ausgebreiteter „schwieliger Degeneration“ des submucösen Bindegewebes,
den hier kurz anzuführen gestattet sein mag, da der Befund mir ein typischer zu sein scheint:
Ein Mann, welcher früher an schlechtem Magen gelitten hatte, starb unter den Erscheinungen
von Peritonitis. — Die Section ergab Peritonitis in Folge von Perforation des duct, cystic und fol
gende Veränderungen am Magen: Magen klein, dickwandig, Schleimhaut verdünnt und auf dem submuc.
Gewebe nicht verschiebbar. Das letztere 2—3 dick, sehnig, milchig weiss, sehr dicht und zäh.
Muscularis 3—4 dick, blassgrau, derb, von weisslichen Scheidewänden durchsetzt. Diese Veränderung
beschränkte sich allein auf den Magen, die benachbarten Lymphdrüsen waren normal. Unter dem Mikro
skop zeigte sich, dass die Labdrüsen fast ganz geschwunden waren, und dass die derben weisslichen
Massen in den Häuten durch dichtes Bindegewebe gebildet wurden.
Wie Rokitansky andeutet, ist die Verwechslung dieser Cirrhose mit Faserkrebs leicht
möglich, und so lässt auch Kl ob es unentschieden, ob wir in diesem Falle ein Carcinom oder
den Ausgang einer submucösen Entzündung vor uns haben. Das letztere scheint ihm jedoch
viel wahrscheinlicher zu sein, da eine so gleichförmige Ausbreitung der schwieligen Degeneration
bei Krebs, welcher zur Geschwulstbildung neigt, schwerlich Vorkommen dürfte.
üeber die Diagnose der Linitis plastica vergl. Brinton.
Auch in der hiesigen Sammlung befinden sich zwei als Brinton sehe Magen bezeichnete
Praeparate. Sie sind kleiner als normal, die Wandungen starr und gleichmässig verdickt, bis
zu 1 Ctmtr. Die Schleimhaut ist etwas geschwellt und stark gewulstet. Die mikroskopische
Untersuchung zeigt überall eine mächtige Entwicklung von dichtem straffem Bindegewebe, keine
zelligen Elemente. Nähere Angaben fehlen.
Symptome. Gehen wir davon aus, dass fast constant Peritonitis complicierend auftritt
und zwar in der Regel sehr bald, so werden wir verstehen, dass die Erscheinungen der aus
gebreiteten Erkrankung vor den localen der Gastritis praevalieren, und dass die Symptome,
welche man bei unserer Krankheit beobachtet, im ganzen die jeder Peritonitis sind. Allerdings
wild bei sorgsamer Untersuchung in manchen Fällen der Magen als Ausgangspunkt des entzünd
lichen Processes deutlich zu erkennen sein.
Ein Schüttelfrost beim Beginne der Krankheit ist selten. Das constanteste Symptom ist
der Schmelz und die Druckempfindhchkeit, welche meistens zuerst im Epigastrium auftreten,
sich aber rasch über den ganzen Bauch ausbreiten, ohne in besonderer Heftigkeit in der
Magengegend bestehen zu bleiben. Auffallend ist, dass in einigen Fällen der zuerst sehr heftig
aufgetretene Schmerz nach einigen lagen nachhess und bis zum Tode nicht zurückkehrte. In
einem Falle (III) war bei Schmerz in der Magengegend nur geringe Druckempfindlichkeit und
in Fall V sogar keine Druckempfindlichkeit vorhanden. In letzterem Falle waren die Er
scheinungen überhaupt so unbestimmt, dass eher an Meningitis als an Peritonitis gedacht
werden konnte.
*) Krankh. d. Magens, deutsch v. Bauer. Würzb. 1862
2 ) 1. c.
3 ) Schmidts Jahrb. Bd. 102. p. 176. 1859.

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