Die eitrige Infiltration der Submucosa erstreckt sich in der Regel über den ganzen
Magen und endet an der Cardia und am Pylorus wie scharf abgeschnitten. Eine Ausnahme
hiervon wird in den Fällen II und X angegeben, in welchen sie dort nur die Hälfte, hier das
rechte Zweidrittel des Magens einnahm. Einen ganz besonderen Befund zeigt XVIII, von dem
es übrigens nicht ganz sicher ist, ob er hierher gehört. Meistens nimmt die Infiltration vom
Pylorus nach der Cardia hin an Mächtigkeit ab, doch waren einmal Pyl. und Card, die beson
ders verdickten Stellen, und zweimal das Verhältniss so, dass die Mitte die stärkste Verdickung
zeigte, welche nach den beiden Oeffnungen hin allmählig abnahm. Abgesehen von diesen Dif
ferenzen und von Fall XVII, in welchem die Infiltration als „theils diffus, theils herdweise“ be
zeichnet wird, pflegt dieselbe durchaus gleichmässig zu sein. Als Abweichung muss noch her-
vorgehoben werden, dass Clauss (IV) neben den flüssigen eitrigen derbe, grauliche, bis hasel-
nussgrosse Infiltratmassen fand, von denen er es unentschieden lässt, ob sie als eine besondere
mehr gerinnfähige Exsudation aufzufassen sind, oder ob sie ein früheres Stadium des flüssigen
Infiltrats darstellen. Die Infiltration kann mitunter alle Häute des Magens so gleichmässig
durchsetzen, dass makroskopisch eine Unterscheidung derselben nicht möglich ist.
Die Muscularis wurde zweimal intact gefunden, in den meisten Fällen ist sie durch seröse
Durchtränkung und zellige Infiltration des intermusculären Bindegewebes geschwellt.
Da eine complicierende Peritonitis die Regel ist, so finden wir an der Serosa alle Stu
fen der Entzündung von einfacher Injection, Trübung, Verdickung durch zellige Infiltration, bis
zum dicken fibrinösen Belag und zur Verklebung mit den Nachbarorganen. Eine Eiteransamm-
lung unter der Serosa wird nur einmal erwähnt.
Ueber die Muscularis Mucosae und die Subserosa finden sich nur spärliche Angaben
(cf. IV, XXII).
An Complicationen finden wir, abgesehen von der schon besprochenen eitrigen Perito
nitis, als selteneren Befund: seröse Peritonitis, linksseitige seröse oder eitrige Pleuritis, beider
seitige Pleuritis, Pericarditis; einmal, wohl ohne Zusammenhang mit dem Magenleiden, akute
Nephritis, und schliesslich die in Fall XVIII beschriebenen metastatischen Abscesse in der
Leber und den Lungen.
Ueber den mikroskopischen Befund vergl. Fall XXII.
Die Gastritis phlegm, mit ihren Complicationen ist eine so schwere Erkrankung, dass
der nicht letale Ausgang als eine seltene Ausnahme angesehen werden kann. Dennoch wird
Ton solchen Ausnahmefällen berichtet, in welchen die Phlegmone in Cirrhose überging. Roki
tansky 1 ), dem andere in ihrer Darstellung folgen, sagt darüber: „Zuweilen ist bei langsamem
Verlaufe neben der Eiterproduction eine namhafte Wucherung des submucösen Bindegewebes
zugegen; solche Fälle mögen mit Resorption des Eiters den Ausgang in bleibende Massen
zunahme des submucösen Bindegewebes, Sclerose, Retraction desselben nehmen“, — und an
einer anderen Stelle 2 ): Massenzunahme des submucösen Bindegewebes mit Verdickung dessel
ben, wobei auch die Muscularis hypertrophiert ist, und jenes einerseits in diese letztere in
Eorm weisser Septimenta hineinwächst, und andrerseits bei seiner Retraction die Schleimhaut
in persistente Falten zusammendrängt, kommt, wenn man sie nicht mit Faserkrebs des Magens
zusammenwirft, selten vor und ist gewöhnlich über den ganzen Magen ausgebreitet. Sie geht
allem Anscheine nach aus selbständigen oder mit Gastr. mucosa combinirten Entzündungen
') Lehrbuch d, pathol. Anat. III. 1881. p. 157.
2 ) ibid. p. 149.

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