Tagen.—Section: Die Magenwand in ihrer ganzen Ausdehnung somit Eiter infiltriert, dass er überall,
wo man einschnitt, ausfloss. Im übrigen negativer Befund.
Die jetzt folgenden Beobachtungen sind von Raynaud den Bulletins de la societe
anatomique entlehnt.
X. (Mazet 1 ). Ein Kutscher, 47 Jahre alt, seit 4 Tagen krank, zeigte grosse Angst,
Durst, galliges Erbrechen, contrahierte Bauchmuskeln, aber regelmässigen Puls. Bald traten kalte
Schweisse auf, der Puls wurde klein, Pat. warf sich unruhig hin und her, delirierte jedoch nicht.
In der zweiten Nacht nach der Aufnahme ins Spital stürzte er sich 2 Stockwerke hoch aus dem Fenster
hinaus. — Die Section ergab abgesehen von den Verletzungen in Folge des Sturzes als einzigen
Befund: Eiterlage in der Magenwand, vom Pylorus nach der Cardia hin an Dicke abnehmend, und an
der Vereinigungsstelle des linken Drittels mit den rechten Zweidritteln des Organs aufhörend. In der
Peritonaealhöhle wenig röthliches Serum.
XI. (Mascarel 2 ). Ein 22jähr. Idiot litt längere Zeit an einer für Pleuritis gehaltenen
Krankheit, der er erlag. — Section: Pseudomembranöse Plaques auf Milz und Leber. Magen verdickt:
„eine grosse Menge seröser Flüssigkeit und eine Lage flüssigen Eiters unter dem Peritonaeum, infiltriert
unter die an mehreren Stellen ekchymosierte Schleimhaut, bildeten diese bedeutende Verdickung, welche
in der Gegend des Pylorus nicht weniger als 1 Ctmtr. betrug“.
Raynaud fügt hinzu: In diesem Falle scheint wahrscheinlich in Folge der langen Dauer der
Krankheit der Eiter durch die Fasern der Muscularis hindurch bis zur Serosa gedrungen zu sein.
XII. (Maunoury 3 ). Eine Frau, welche an Puerperalfieber starb, während ihrer Krankheit
aber kein Erbrechen gehabt und keine Symptome seitens des Magens gezeigt hatte, bot nach dem
Tode folgenden anatomischen Befund: Eitrige Peritonitis und Pericarditis, Pneumonie im zweiten
Stadium. Die Submucosa des Magens gleichmässig eitrig infiltriert.
XIII. (Caudmont 4 ). Wiederum nur eine kurze Notiz. Bei einer Section fand sich ein Magen,
unter dessen Schleimhaut eine serös-eitrige Infiltration stattgefunden hatte: ,,Le pus est infiltrö et non
collecte“. Die Schleimhaut ein wenig bleich, aber verdickt, wie aufgeblasen.' *
Mit diesem Falle ist die Casuistik Raynauds erschöpft, und ich kehre zu den von nur
gesammelten Fällen zurück.
XIV. (Tüngel 5 ). Ein 29jähr. Arbeiter in einer Asphaltfabrik erkrankte plötzlich: mehrmaliges
Erbrechen, Aufstossen, Magenschmerz, gedrückte Gemüthsstimmung. Nach 14 Tagen waren alle subjec-
tiven Beschwerden verschwunden. Pat. zeigte sogar eine etwas exaltierte Stimmung, wurde jedoch, da er
leichenblass war und etwas irreredete, nach dem Krankenhause gebracht, wohin er den Weg zu Fuss
zurüoklegte. Hier angelangt wurde er plötzlich von Convulsionen befallen und starb sofort. Section
(22 h. p. m.): In der Bauchhöhle eine massige Menge trüber, eiterähnlicher Flüssigkeit mit spärlichem
fibrinösem Niederschlage. Dünndarm paralytisch erweitert. Magen ziemlich weit und schlaff. Serosa
desselben nicht injiciert, Mucosa weder geröthet noch" verschorft, aber deutlich geschwollen, Muscularis
etwas verdickt. Das submucöse Gewebe, besonders an der Vorderseite stark geschwollen, enthält in seinen
Maschen eine dünne eitrige Flüssigkeit. Die Infiltration geht nicht über den Magen hinaus. Die
mikroskopische Untersuchung ergiebt parenchymatöse Schwellung der Magenschleimhaut, der Leber und
der Nieren. Die polizeiliche Untersuchung auf unorganische Gifte war ohne Resultat.
XV. (Guyot u ). Ein Mann, welcher Speisen aus einem schlecht verzinnten Gefässe genossen
hatte, wurde plötzlich von heftigen Leibschmerzen mit Erbrechen und Diarrhöe ergriffen und starb unter
>) B. de la s. a. VIII. p. 130.
2 ) B. de la s. a. XV. p. 173.
3 ) Ibid. XVII. p. 175. -
4 ) B. de la s. a. XXXIII. p. 273.
5 ) Dr. C. Tüngel. Ein Fall von Vereiterg. d. submuc.Zellgew. d. M. Vireh Arch. XXXIII, 2. p. 306. 1865.
c ) Gaz. hebd. de medic, et de chir. 1. Sept. 1865. Ref. Canstatt. Jahresber. 1866. III. p. 313.

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